Jetzt Spenden oder Premium Abonnent werden!

We Hemp a Dream – Uta Stechl bei SteinZeit

3. September 2017
Share on FacebookShare on VKShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn
                

Uta Stechl erläutert das breite Anwendungsspektrum von Hanf und die Bedeutung von Hanf für die Ernährung, Gesundheit und für die Hanfstrohnutzung in Bau-, Holz-, Papierindustrie sowie die Nutzung als Rohstoff für Biocomposite.

Historisch wurde Hanf vor knapp hundert Jahren aus sämtlichen Wirtschaftskreisläufen verdrängt, bekannt unter Prohibition. Um Hanf vom verpönten Marihuana-Image zu befreien, wurden Sorten gezüchtet, die nur noch einen extrem minimalen THC-Gehalt hatten, unter 0,2 % THC. THC = Tetrahydrocannabinol, ist der Inhaltsstoff im Hanf der für die bewusstseinsveränderne Wirkung verantwortlich ist. Diese Sorten wurden dann unter dem Begriff Industriehanf 1996 für landwirtschaftliche Zwecke genehmigt. Seit dem wird dieser Industriehanf zur Nutzung von Samen und Stroh in der EU wieder angebaut.

Die Bedeutung von Hanf aus ökologischer Sicht: Hanf ist ein Tiefwurzler und fördert  Mineralstoffe aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche und verbessert so die Bodenfruchtbarkeit, ganz besonders für die Nachfrucht. Hanf produziert in nur 100 Tagen eine gewaltige Biomasse von 6 – 10 Tonnen/ha. Hanf kann ohne Pestizide und Herbizide angebaut werden. Konkret ist es so, dass derzeit europaweit keine Herbizide und Pestizide für ein Einsatz in Hanffeldern zugelassen sind. Im Gegensatz erfordert der Baumwollanbau einen hohen Einsatz an Chemikalien und hat  vergleichsweise nur etwa den halben Hektarertrag wie Hanf.

Hanf aus ernährungsphysiologischer Hinsicht ist gerade wegen seiner Öle und Proteine ein sogenanntes Superfood. Im Hanföl entspricht das Verhältnis von einfach- und mehrfachgesättigten Fettsäuren wie kein anderes Öl genau dem menschlichen Fett im Körper und in der Haut. Das Hanfprotein ist weder chemisch noch thermisch verarbeitet und somit ein reines Rohprotein, dessen Aminosäurenspektrum dem menschlichen so ähnlich ist, dass 95 % des Eiweißes in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden können und damit die Nieren nicht unnötig durch Eiweißmengen belastet werden, die letztendlich für den Körper überflüssig sind. Hanfprotein ist ideal für den Hochleistungssport, Rekonvaleszenz und Kinder. Hanfprotein kann zu Hanfriegel, Hanfdrinks und vielem anderen mehr verarbeitet werden. Bezugsquelle für den Großhandel und die Lebensmittelindustrie an Hanfproteine, Hanföle, Hanfsamen, Hanfblütentee, Hanfblättern, Hanf-Hatcha finden Sie unter www.besthemp.de

Das Hanfstroh kann getrennt werden in die Hanffasern und Hanfschäben. Hanffasern wurden das weiße Gold genannt, da sie zu hochwertigen Stoffen verarbeitet wurden. Diese Industrie sind in der Vergangenheit völlig unwirtschaftlich geworden und wird derzeit in kleinem Maßstab wieder aufgebaut. Die ersten Hanfsocken aus europäischen  Hanf wurden bereits gestrickt. Anfragen können über www.besthemp.de bearbeitet werden. Darüber hinaus werden Hanffasern auch in der Papierindustrie verwendet. Hanfpapier hat gegenüber Papier aus Holz hat eine 3-fache Lebensdauer, ca. 300 Jahre. In der Baustoffindustie wird Hanf zu Dämmplatten, Hanfdämmstoff, Hanffaserplatten und zu Hempcrete verarbeitet. Hempcrete ist ein Mörtel, mit einem hohen Anteil aus Hanfschäben und Kalk oder Ton. Hanf wird auch als Verbundwerkstoff in der Autoindustrie verwendet um Pressteile für die Innenausstattung herzustellen. Ein relativ neues industrielles Zwischenprodukt sind Biocomposite, welche u. a. auch aus Hanf hergestellt werden. Dabei wird Hanf zu press- und formbare Bioplasten verarbeitet. In den Hanfblüten sind hauptsächlich die Cannabinoide wie THC und CBD vorzufinden. Diese Canabinoide sind gleich oder ähnlich den im menschlichen Körper erzeugten Endocannabinoiden. Die Wissenschaft spricht von einem Endocannabinoid System (ECS). Das Endocannabinoid-System besteht aus Cannabinoid-Rezeptoren, Endocannabinoiden sowie der Synthetisierung und den entsprechenden abbauenden Enzymen. Es stellt ein sehr komplexes und äußerst wichtiges physiologisches System dar, das eine Reihe von Stoffwechselprozessen beeinflusst.

Die Hauptfunktionen des  ECS scheinen ein körpereigenes Ausgleichssystem zu sein, das den Körper  unterstützt um sich von Stress zu erholen. Zum anderen sind die  Endocannabinoide in unterschiedlichen Regulierungssysteme beteiligt, wie  zum Beispiel den Blutdruck zu senken, die Körpertemperatur zu regeln, Schmerz- und Angst Wahrnehmung zu regulieren, Muskelverspannungen zu lösen, Reizleitung im Gehirn zu regulieren und den Appetit  zu balancieren. Mit der Entdeckung der zwei Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2, die molekulare Grundlage für die Wirksamkeit von Δ9-THC, wurde das Vorhandensein eines endogenen Cannabinoid-System zum ersten Mal postuliert. CB1-Rezeptoren sind in vielen Bereichen des zentralen Nervensystems (CNS) in hohen Dichten  vorhanden und gehören zu den am häufigsten  G-Protein-gekoppelten Rezeptoren im Gehirn. Sie sind auch in verschiedenen peripheren Organen (Milz, Magen, Rückenmark, Lunge, etc.) in einem geringeren Ausmaß vorhanden. CB2-Rezeptoren werden hauptsächlich durch die Zellen des Immunsystems ausgeschüttet und sind in nachvollziehbar niedriger Dichte  im Gehirn (Mikroglia, Hirnstamm) und in den Keratinozyten der Haut. Wie die CB1-Rezeptoren, gehören sie auch zu den G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Wenn sie aktiviert werde setzen sie eine  Signalkaskade, in Bewegung (Hemmung der Adenylatcyclase, intrazellulären Calcium-Freisetzung, die Hemmung des Kalium Ausströmen), die schließlich zu einer Modulation der neuronalen Erregbarkeit führt. Anwendung von CBD nach Dr. med. Franjo Grotenhermen: Diese Erkenntnis ist nun auch der Schlüssel für ein tieferes Verständnis, warum Cannabinoide solch enorme, breitgefächerte Heilwirkungen hat, weil diese eben genau hier im Zellstoffwechsel regulierend und heilend einwirken. In dem kürzlich erschienenen Buch von Dr. med. Franjo Grotenhermen, „Cannabidiol – CBD ein cannabishaltiges Compendium“  werden die verschiedenen Cannabinoide vorgestellt und der medizinische Nutzen ausführlich dargestellt. Hieraus ein kurzer Überblick über die verschiedenen Anwendungsgebiete: Epilepsie, Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen, Schizophrenie, Entzündungen, Schmerzen, Krebs, Dystonie und Dyskinesie, Abhängigkeit und Entzug, Reduzierung des Appetits und Übergewichts, Schlafregulierung, Durchblutungsstörungen und Sauerstoffmangel in diversen Organen, Diabetes, Übelkeit und Erbrechen, Nervenschutz, Rinderwahn, Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson, Hepatitis, Leber- und Hirnschädigung, Blutvergiftung, Verbesserung der Knochenheilung, Hautkrankheiten, Allergien und Asthma, sowie bei Malaria. Auffallend gute Ergebnisse werden beim Touret-Syndrom berichtet, sowie bei Rheuma, Arthritis und diversen Autoimmunkrankheiten. Schon geringe Dosen von CBD im mg-Bereich zeigen hervorragende Wirkungen, wobei die Einnahme auf 2 Gaben verteilt wird, also beispielsweise morgens und abends. Bezugsquelle info@benature.at

„Unser Hanf“  ist eine Initiative, welche sich der Reaktivierung der Hanfwirtschaft im postindustriellen Maßstab verschreibt, d. h. damit Hanf wieder regional angebaut und verarbeitet wird, in einer Größenordnung die den menschlichen Maß entspricht, d. h. überschaubar ist, in der der Mensch nicht zum Rad in der Maschine degradiert wird sondern sich wieder ganzheitlich einbringen kann. Diese Initiativer arbeitet daran, die wirtschaftlichen Verarbeitungszyklen wieder Herzustellen, Lücken mit Know-How und finanziellen Mitteln zu schließen.


ANZEIGE
Slider