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Die Humane Marktwirtschaft – Peter Haisenko & Hubert Von Brunn bei SteinZeit

5. Mai 2016
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Es gibt viele Ansätze, das bestehende Finanzsystem zu reformieren, etwa mit Themen wie „fließendes Geld“ oder „Grundeinkommen“. Die bisher vorgestellten Ansätze weisen jedoch allesamt einen Kardinalfehler auf: Sie versuchen, Details zu verbessern und die Einzelsegmente dann in das bestehende System zu implementieren. Dieses Vorgehen ist zum Scheitern verurteilt. Was ihnen nicht gelingt, ist, sich von dem durch und durch ungerechten und ins Verderben führenden Grundkonzept des „Turbokapitalismus’“ freizumachen und ein durchdachtes System vorzustellen, das die neuen Ideen schlüssig einbindet. Mit der Humanen Marktwirtschaft nach Haisenko/von Brunn ist das anders. Hier wird eine schlüssig durchkonstruierte Alternative präsentiert, deren Grundlage eine völlig neue Form der Wertaufbewahrung ist. Sie entzieht dem Umlauf kein Geld und kommt deshalb ohne Inflation aus, denn die Geldmenge bleibt konstant. Auf diese Weise ist ausgeschlossen, dass entweder Geld fehlt oder zu viel davon Inflation verursachen könnte. Außerdem kommt die Humane Marktwirtschaft ohne Lohnsteuer aus. Mehrarbeit/Mehrverdienst wird belohnt und nicht mehr vom Fiskus bestraft. Das Konzept ist revolutionär, und doch wird sich im täglichen Umgang mit Geld fast nicht ändern. Trotz des revolutionären Charakters ist es möglich, die Humane Marktwirtschaft nach Haisenko/von Brunn innerhalb kürzester Zeit einzuführen – und alte Besitzstände werden gewahrt, jedenfalls die der „ärmeren“ 98 Prozent. Das Konzept von Haisenko/von Brunn ist so weit durchkonstruiert, dass selbst der gesamte Bereich des internationalen Handels abgedeckt ist und auch hier die Fallstricke des alten Systems nicht mehr zum Tragen kommen können. Einen „Schönheitsfehler“ hat das Konzept allerdings: Die Banken und heutigen Finanzmagnaten werden es hassen, denn es nimmt ihnen die Macht – unwiderruflich. Ein weiteres Manko könnte sein, dass die arrivierten „Ökonomen“ sich weigern, es verstehen zu wollen, weil sie in ihrem alten Denken gefangen sind und Fehler nicht zugeben wollen. Deswegen kann eine neue, bessere und gerechtere Welt nach Haisenko/von Brunn nur Realität werden, wenn dieses Werk große Verbreitung findet und die Politik nicht mehr umhin kann, es in einer breiten Öffentlichkeit zu diskutieren. Das Buch ist sehr übersichtlich strukturiert, verzichtet auf komplizierte Rechenvorgänge und ist insgesamt in einer überaus anschaulichen und verständlichen Sprache geschrieben. Man muss also kein studierter Ökonom sein, um den logischen Gedankengängen der Autoren folgen zu können. Es genügt das Interesse und die Bereitschaft, über den beschränkten Horizont der jahrzehntelangen medialen Verbildung hinausblicken zu wollen und die Ausrede „alternativlos“ nicht gelten zu lassen.

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