Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

OK
Jetzt Spenden oder Premium Abonnent werden!

Energiewende am Ende – die Mär vom flächendeckenden Ökostrom

7. Februar 2018
Share on FacebookShare on VKShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn
                

Am ersten Januar 2018, 06:00 Uhr morgens, ich weiß nicht ob Ihr es alle mitbekommen habt, da war es endlich soweit. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde Deutschland komplett mit Ökostrom versorgt. So hat es zumindest die Süddeutsche Zeitung als Schlagzeile gebracht. Und die Grünen (oder heißt es jetzt GrünInnen, ich bin da etwas verwirrt wie ich die jetzt bezeichnen muss,) die haben gleich hinter her geschossen und gemeldet: Deutschland kann 100 Prozent Ökostrom. Und die ganzen bösen Kohle- und Kernkraftwerke liefen immer noch parallel, Skandal, die müssen jetzt aber wirklich mal abgeschaltet werden.

Wenn man diese Nachricht mal etwas genauer anschaut, dann waren es eher knapp 90% Prozent des Strombedarfs, aber so eine Meldung kann man doch mal raushauen ins neue Jahr, oder? Den realen Irrsinn hinter dieser Aussage, den kann man aber erst erkennen, wenn man noch näher hinschaut und dabei, Achtung, jetzt kommt´s, sein Gehirn einschaltet. Und zwar die Abteilungen Grundlagen der Physik und gesunder Menschenverstand. Ich weiß nicht, ob ich da der Einzige bin, aber mir kommt es so vor als wären diese Bereiche bei vielen Menschen in unserer Zeit in irgend einer virtuellen Cloud ausgelagert, outgesourced, sozusagen, und deswegen auch schwer für viele zugänglich. Erstens wird am Neujahrsmorgen sehr viel weniger Strom verbraucht, als an anderen Tagen im Jahr. Da liegen wir ja alle besoffen im Bett und schlafen unseren Rausch aus. Viele jedenfalls. Zweitens kommt hinzu, dass um diese Zeit meistens ein starker Wind weht, der alleine schon 85 Prozent der Stromnachfrage stillt. Wasserkraft und Biomasse machen dann den Rest und voila: Fertig ist die Nachricht.

Die traurige Wahrheit ist aber, dass sehr viele Leute, intelligente Leute in unserem Land, wichtige Entscheidungsträger, vollkommen den Bezug zur Realität verloren haben, und zwar wenn es um die Energiewende geht. Diese Blindheit gegenüber den knallharten Fakten der Realität kann mann schon als pathologisch bezeichnen, also krankhaft. Ein kollektiver Wahn der unser Land erfasst hat und verkauft wird es uns als Innovation in die Zukunft, für das Klima und den Planeten. Hier also mal ein paar Fakten: Wenn wir uns diese Grafik (Nr. 01) anschauen, dann wird schnell klar wie weit wir von 100% Ökostrom weg sind, selbst wenn sich Bedarf und Produktion wie am ersten Januar kurzzeitig einmal angenähert haben. Die traurige Wahrheit ist nämlich, wenn kein Wind weht, dann gibt es auch keinen Windstrom, so wie hier vom 15. – 23. Dezember. Das heißt dann Dunkelflaute, wenn also zur Dunkelheit um diese Jahreszeit noch dazu kommt, dass kein Wind weht. Wo kommt denn dann unser Strom her? Richtig, aus der Steckdose. Aber ernsthaft, um die Grundlastversorgung zu gewährleisten, müssen Reservekraftwerke ständig in der Lage sein, diese Lücke zu füllen, und das sind eben die altbewährten Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke. Die springen dann solange ein bis wieder genug Wind weht und die Sonne scheint. Windstrom, Solarstrom, bitte schön. Im Jahresschnitt schaffen es aber alle erneuerbaren Energieträger gerade einmal auf 10-20%. Mehr nicht. Aber unsere Grundlast sind je nach Wochentag und Tageszeit zw. 40 und 80 GW, also im Schnitt etwa 60 GW, die wir ständig brauchen, und in der Nacht und bei Windflaute müssen diesen Strom die alten Kraftwerke produzieren.

Selbst wenn wir noch doppelt und dreifach die Landschaft mit Windrädern zustellen oder das halbe Land mit Solarzellen pflastern, an dieser simplen physikalischen Tatsache wird sich nichts ändern. Wir werden immer zusätzliche Kraftwerke brauchen, die unsere Grundlast sichern und jeder Politiker, der alle alten Kraftwerke abschalten will, der beweist seine eigene Unfähigkeit diese Zusammenhänge zu erkennen. So einfach ist das. Aber es wird noch viel besser: Strom der produziert wird, der muss auch in der gleichen Sekunde verbraucht werden. Das heißt die Stromproduktion wird immer dem aktuellen Verbrauch angepasst, und das hat früher auch immer sehr gut geklappt. Die konventionellen Kraftwerke ließen sich problemlos in der Leistung regeln und konnten so das Stromnetz stabil halten. Und zwar stabil nicht nur von der Leistung her, sondern auch von der Frequenz, denn die 50 Herzt- Netzfrequenz ist von elementarer Wichtigkeit für alle Stromanlagen. Wenn diese Frequenz nicht mehr stimmt, dann wird´s richtig lustig. Dann gehen die Lampen nämlich aus, und zwar für länger, weil dann die Systeme kaputt gehen. Die großen Schwungmassen der Turbinen in den alten Kraftwerken, die haben früher für diese Netzstabilität gesorgt und es musste nur selten nachgeholfen werden, dass die Frequenz stabil bleibt. Weniger als fünf Eingriffe im Jahr, das war so die Regel. Aber heute, durch die ständigen Schwankungen der erneuerbaren Energien, sieht das ganz anders aus. Wind und Sonne scheinen eben nicht gleichmäßig und so muss das Netz ständig ausgeglichen werden, mittlerweile bis zu 1000 mal im Jahr, also mehrfach am Tag. Die Kosten für diese Regelungen sind mittlerweile eine Milliarde Euro im Jahr, Tendenz steigend. Und wenn dann im Sommer noch ganz viel Wind weht, dann ist sogar zu viel Strom da, weil dann alle Solarfelder und alle Windräder produzieren. Bloß, was machen wir dann damit? Speichern? Verkaufen? Nein, wir haben da eine viel bessere Methode entwickelt, die uns Deutschen keiner nachmachen kann. Wir entsorgen diesen Strom, und zwar in dem wir anderen Ländern für die Einspeisung in deren Netze Geld zahlen.

Ja, Sie haben richtig gehört, wir verklappen den überflüssigen Strom und zahlen dafür noch richtig viel Geld. Die anderen Länder wollen diesen Strom nämlich nicht haben, weil er auch ihre Netze gefährdet und instabil macht. Also in anderen Worten, wir verdienen nicht beim Strom-Export, sondern wir zahlen drauf. Ein Verlustgeschäft. Diese simple Tatsache sollte man den PolitikerInnen mal vor Augen führen, wenn sie wieder davon fantasieren, dass wir Weltmeister im Strom-Export sind. Vor allem meine Freunde der GrünInnen sind von diesem Irrglauben ganz besonders betroffen. Wenn jetzt aber zu viel Strom produziert wird, dann könnte man diesen Strom doch speichern, oder? Um dann, in der Nacht und bei Flaute, davon profitieren zu können. Die Idee ist mit sogenannten Pumpspeicherwerken bei Überproduktion den Strom zu nutzen, um mit großen Pumpen einen Stausee mit Wasser aufzufüllen. Die dann in diesem See gespeicherte potentielle Energie, in Form von Wasser, kann man in der Nacht wieder ablassen und die Pumpen dienen nun als Generatoren für Strom. Wäre doch eine perfekte Lösung. Nur, wo ist das Problem? Ganz einfach, wir haben zu wenig Pumpspeicherwerke und das wird sich auch in der Zukunft nicht ändern lassen. Nach den Berechnungen von Hans-Werner Sinn, dem langjährigen Leiter des ifo- Instituts für Wirtschaftsforschung, bräuchten wir 6395 Speicherkraftwerke alleine in Deutschland um Strom aus Wind- und Solarenergie zu speichern. Und wieviele haben wir heute in Deutschland? Festhalten, ein kleiner Trommelwirbel und Tusch: 35.

Wenn wir uns anschauen, wie alleine der Protest gegen eines dieser Speicherkraftwerke ausschaut, dann wird schnell klar, dass dieser Weg eine Sackgasse ist. Es gibt weder die Fläche noch die Akzeptanz in der Bevölkerung so ein Projekt auch nur ansatzweise umsetzen zu können. Auch alle anderen Methoden der Speicherung wie mit Batterien oder Elektrolyse zur Gasproduktion sind technisch nicht umzusetzen oder wirtschaftlich einfach sinnlos. Es gibt heute keine Möglichkeit Strom aus Überproduktion zu speichern. Punkt. Diese simple Erkenntnis heißt aber im Umkehrschluss, dass mit jeder neuen Solaranlage, mit jedem neuen Windpark, die Stabilität unserer Stromversorgung weiter abnimmt und gleichzeitig die Kosten, die wir Endverbraucher zahlen müssen, noch mehr steigen werden. Gedacht war ja, dass mit Erneuerbaren alles billiger wird, denn Wind und Sonne stellen ja keine Rechnung, so war die Idee. Die traurige Realität aber ist, dass die Produktion von Ökostrom bis zu fünfmal teurer ist als Kraftwerkstrom, ganz zu schweigen von den immensen zusätzlichen Kosten für Netzausbau, Einspeisung und Verteilung von Ökostrom. Wer das nicht glauben kann, der soll einfach mal seine letzte Stromrechnung rausholen und mit den restlichen EU-Ländern vergleichen. Da sieht man dann sehr schnell, was uns die Energiewende bisher gebracht hat. Die höchsten Energiekosten im europäischen Vergleich. Aber jetzt kommt dann das Killer-Argument, warum die Energiewende so wichtig sei! Sie ahnen es bestimmt schon: ja, genau, das Klima retten. Treibhausgase einsparen, böses CO2 vermeiden. Das ist ja der eigentliche Antrieb dieser ganzen Entwicklung. Ein hehres Ziel, dem wir entgegeneilen, die Rettung der Menschheit und unserer Enkel. Wir Deutschen gehen voran und zeigen der Welt, wie es geht.

Und ich bin mir sicher, dass sehr viele Menschen in unserem Land wirklich davon überzeugt sind. Wenn es nur so einfach wäre. Der Verbrauch an fossilen Brennstoffen wurde trotz der hohen Ökostromerzeugung nicht nennenswert verringert. Keine Reduzierung an CO2, nur die Deindustrialisierung der BRD kam als Ergebnis raus. Und hinzukommt, dass alles was in Deutschland eingespart werden soll, doch von anderen Ländern dafür umso mehr produziert wird. Bin ich eigentlich der Einzige, dem das alles seltsam vorkommt? Also das edle Ziel der Reduktion der Treibhausgase ist nur ein Papiertiger. Mehr nicht. Und die Signalwirkung, die von Deutschland ausgeht? Das leuchtende Beispiel unserer Energiewende, dem unsere Regierung alles unterordnet? Ganz ehrlich, jeder der zuschaut, wie wir unsere Energieversorgung und damit unsere Industrie gegen die Wand fahren, der wird sich zweimal überlegen, so einen Schwachsinn umzusetzen. Wie hat Hans-Werner Sinn seinen Vortrag genannt: „Energiewende politisch geistesgestört“. Und das sagt einer der führenden Intellektuellen in unserm Land. Ich frage mich nur, warum dem anscheinend niemand zuhört. Wenn ich durch unser Land fahre, dann sehe ich nur noch Industrielandschaften, riesige Windparks, tausende Solaranlagen. Ganze Landstriche werden durch die riesigen Windräder verunstaltet und Immobilien in der Nachbarschaft dieser Anlagen verlieren deutlich an Wert, ohne dass es auch nur irgend eine Entschädigung gibt.

Ich fasse mal kurz zusammen: Trotz einer installierten Leistung von über 50 GW, können erneuerbare nur einen Bruchteil der Versorgung gewährleisten. Reserverkraftwerke müssen ständig die Schwankungen für viel Geld ausgleichen. Keine nennenswerten Einsparungen von CO2. Immense Kosten die auf die Endverbraucher umgeschlagen werden. Fazit: Es ist ein utopisches Ziel mit Ökostrom eine billigere Stromversorgung erreichen zu wollen. Im Gegenteil, jede neue Solar- oder Windkraftanlage macht den Strompreis noch teurer. Eine stabile Energieversorgung kann es nur mit fossilen Brennstoffen geben, denn sie sind den erneuerbaren weit überlegen. Sie haben eine hohe Energiedichte und können mit wirtschaftlich sinnvollen Aufwand gelagert werden, also gespeichert werden. Die Energie lässt sich jederzeit planbar in Strom umwandeln und dem Netzbedarf anpassen. Und die Verfügbarkeit: für Kohle 1000 Jahre und Gas- und Öl 100 Jahre, wobei der Gedanke des abiotischen Öls hier noch gar nicht berücksichtigt wurde. Andere Geschichte, andere Sendung. Es besteht also gar keine Notwendigkeit jetzt so panisch zu handeln. Aber das Mantra des menschgemachten Klimawandels hängt über uns wie ein riesiges Damoklesschwert, dass uns jeden Moment erschlagen kann, wenn wir nicht sofort handeln. Dieser Gedanke, jetzt dringend handeln zu müssen, das macht Menschen offenbar so blind, dass sie die Realität einfach nicht wahrnehmen wollen. Aber die Rote Pille schlucken ist nicht einfach, doch was ist die Alternative? Die Blaue Pille? Entscheidet selbst, dies sind nur die Fakten. Jeder kann und muss selbst entscheiden, was er damit macht.

Weitere Informationen:

https://www.eike-klima-energie.eu/2018/01/14/am-neujahrsmorgen-hat-sich-deutschland-zum-ersten-mal-in-der-geschichte-komplett-mit-oekostrom-versorgt/

https://www.eike-klima-energie.eu/2017/11/26/deutschlands-kollaps-gruener-energie/

http://www.journalistenwatch.com/2018/01/09/energiewende-am-ende-was-tun/

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Stromnetz-unter-Druck-Tennet-meldet-Rekordkosten-fuer-Noteingriffe-3929093.html

http://www.vernunftkraft-hessen.de/wordpress/2018/01/08/gutachten-entlarvt-die-naechste-posse-der-energiewende/

Slider