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Deutschland, ein Narrenschiff


19. März 2019

Heutiges Thema: Platons sechstes Buch mit dem Titel Politeia- Der Staat.
Und Ihr fragt euch jetzt bestimmt, was hat denn so ein alter Schinken mit der Zeit von heute zu tun? Berechtigte Frage, aber der aktuelle Bezug wird mehr als deutlich, wenn Ihr erfahrt welche Weitsicht ein Mann schon vor 2400 Jahren haben konnte.

In diesem Buch beschreibt Platon ein Schiff, dessen Eigner nicht richtig hören kann und auch sein Augenlicht ist stark getrübt. Halbblind und halbtaub ist der arme Mann und hinzu kommt noch eine Besatzung, die miteinander im Streit liegt und tief gespalten ist. Jeder einzelne will das Steuer übernehmen, obwohl keiner je gelernt hat ein Schiff dieser Größe zu navigieren. Der einzige der die Sterne wirklich lesen kann, der wird verachtet und gemieden, als Blender und Nichtsnutz abgetan.

Vielleicht hatte Platon seherische Fähigkeiten, vielleicht hat er auch einfach nur genau beobachtet was in seiner Zeit schon passiert ist, aber seine Geschichte, sein Gleichnis von einem Schiff wie diesem ist genau die Beschreibung von Deutschland zu Beginn des dritten Jahrtausend. Das Narrenschiff hat volle Fahrt aufgenommen, ein Schiff indem die Unfähigen und Blender die Navigation und Führung übernommen haben.
Kein Land auf der Welt schafft es mit solch religiösem Eifer sich selbst und seine Wirtschaft zu ruinieren und dabei auch noch das Gefühl zu haben die Welt zu retten.

Heute stehen auf der Brücke der MS-Deutschland diejenigen Matrosen am Ruder, die von Seefahrt am wenigsten verstehen, sich selbst aber für den besten Navigator halten. Und die Zeichen für einen völlig falschen Kurz sehen wir im ganzen Land, von Kiel bis Berchtesgaden.
Flughäfen vergammeln bevor sie überhaupt in Betrieb genommen werden können, weil der Brandschutz zur großen unüberwindbaren Hybris für unsere Ingenieure mutiert ist. Bahnhöfe verschwinden in riesigen Löchern, ohne dass jemand auch nur ansatzweise vorher ahnen konnte wie teuer und hirnrissig so etwas werden muss. Jetzt wo die Bahn sogar selber weiß, wie bescheuert diese Idee in Stuttgart war, kommt niemand auf die Idee zu sagen, stop, sofort damit aufhören. Es wird trotzdem weitergebaut, weil jetzt haben wir eben schon angefangen, dann müssen wir da halt durch, durch den Gipskeuper auf der schwäbischen Alb, auch wenn es noch so viele Milliarden kostet. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

Wir wollen allen Ernstes die ganze Welt mit Elektroautos vor dem Hitzetod retten, schalten dazu aber alle Kraftwerke ab, weil wir glauben dass Wind und Sonne uns in Zukunft viel zuverlässiger mit Strom versorgen werden. Das neue Feindbild ist auch schon auserkoren und schon bald sollen wir auf unsere bösen und Stickoxyd-stinkigen Autos verzichten. Damit wir den Traum der Elektromobilität weiter träumen können, dürfen zarte chilenische Kinderhände in den Minen die seltenen Erden für unsere Autobatterien ausbuddeln und nebenbei genau das zerstören, was wir eigentlich schützen wollen: Die Natur. Klimaschutz ist eben wichtiger als Umweltschutz, heißt es mit schallenden Worten aus der Zentrale der neuen Bundesregierung: Der Deutschen Umwelthilfe.

Auf der Kommandobrücke hat sich dieser Verein am Ruder des Narrenschiffs festgekettet und mit obsessiver Gründlichkeit werden alle verklagt die nicht bei drei auf den Bäumen sind. Ganz oben sitzt dort hoch zu Ross der Alleinherrscher seit mehr als dreißig Jahren und treibt Land und Leute vor sich her, als gebe es bald kein Morgen mehr.
Alles für die Natur, alles für Mutter Erde. Wie weit es mit diesen hohlen Phrasen her ist sieht man an den krassen Auswirkungen der Windkraft für Mensch und Natur. In den achtziger Jahren wurden noch hunderte Kilometer Froschzäune aufgestellt, damit die armen Hüpfer nicht unter die Räder kamen, aber das heute jedes Jahr eine Billion Insekten und hunderttausende Vögel und Fledermäuse von riesigen Windrädern geschreddert werden, lässt bei den Klima-Religioten niemanden schlecht schlafen, vor allem nicht nachdem deren neue Schutzpatronin, die heilige Schweden-Greta, bei der nächsten Generation verlorener Schafe vorbeigeschaut hat. „Catch them while they are young, fang sie wenn sie jung sind“ heißt der Ruf der Rattenfänger von heute und es ist zu befürchten dass die nächste Generation für immer vom Klimafieber befallen sein wird. Prognose: unheilbar.

Und wenn man denkt aus dem Kuriositätenkabinett in Berlin kann jetzt eigentlich nichts mehr kommen, was uns erschrecken oder verwundern könnte, da haut die Kanzlerin noch mal einen raus, dass man vom Kopfschütteln alleine ein Schleudertrauma bekommt. Nach allen vergeigten Koalitionen und Reformen, nach dem Pflegeausnahmezustand und den NSA-Skandalen, nach all dem Flüchtlingschaos und der Zerrissenheit einer ganzen Nation, kommt jetzt der ganz große Wurf:
Ein Flugzeugträger soll es nun sein, also eine Kreuzung aus den beiden Kernkompetenzen in Deutschland. Flughäfen und Schiffe bauen. Wenn wir anschauen wie einmalig das Projekt Großstadtflughafen in Berlin sich entwickelt hat und wir das ganze dann noch mit der Erfolgsgeschichte Gorch Fuck, Fock kombinieren, ja das ist der Stoff aus dem Legenden gemacht werden. Jetzt am Ende ihrer Amtszeit soll es also Politik sein für die Geschichtsbücher, jetzt wo sie alles gegen die Wand gefahren hat, da muss ein großes Zeichen für alle ihr nachfolgenden gesetzt werden. Die MS-Uckermark soll in Zukunft die Weltmeere befahren, mit einer Flotte von nicht einsatzfähigen Düsenfliegern, um ein Zeichen für Demokratie und Verantwortung in die Welt zu tragen, so wie es die amerikanischen Flugzeugträger uns gerne vormachen. Und die Chefin der Bundeswehr bemüht sich mit allen Kräften ihrem großen Vorbild nachzueifern. 600 Millionen Euro hat die bleierne Sturmfrisur vom Dienst für externe Beraterverträge in den Wind geschossen, weil sie selber keine Ahnung hat wie man so einen Laden voranbringt. Was aber dem ganzen Irrsinn die Krone aufsetzt: Für den Untersuchungsausschuss über zu viel gezahlte Berater hat sie sich von externen Beratern beraten lassen, damit ihr Gestammel den nötigen Schliff bekommt. So viel geistigen Tiefflug kann man sich gar nicht ausdenken, das sind Geschichten die weit über die Fantasie von jedem Drehbuchautor hinausgehen.

Es gibt sogar einen medizinischen Fachausdruck für den Zustand, in dem sich unser Land befindet. Das nennt man Normopathie, also wenn eine Mehrheit der Bevölkerung einer offensichtlichen Störung unterliegt, und sich dessen überhaupt nicht bewusst ist, sondern im Gegenteil, dies sogar noch mit allen Mitteln weiter fortführen möchte. Dr. Hans-Joachim Maaz, der bekannte Psychiater und Psychoanalytiker bezeichnet es auch als die Herrschaft der Normopathen, wenn also die Irrationalität die Macht übernimmt.

Bestes Beispiel ist dafür die Hysterie der Klimadebatte und der daraus folgenden Energiewende in Deutschland, die kein anderes Land auch nur ansatzweise so umsetzt. Immer wenn ich in München hinter den Bussen des MVV fahre und den Aufkleber lese: „Ich bin ein Klimaschützer“, dann wird mir wieder bewusst, dass ich das alles nicht geträumt habe, sondern ich lebe mitten unter Millionen taubblinder Normopathen, und ich kann es ihnen nicht mal erklären ohne auf dem Altar der Klimareligion geopfert zu werden, um für immer im Kohlendioxid-Fegefeuer zu schmoren.

„Denn am deutschen Wesen mag die Welt genesen“ hieß es schon früher, doch die große Zeit der Dichter und Denker, die aus diesem Land hervorgingen ist offensichtlich schon lange vorbei.

Wenn wir uns Platons Gleichnis noch einmal vor Augen führen, dann sind Wir, das Volk dieser halbtaube und halbblinde Schiffseigner, der alles mit sich machen lässt. Die unfähigen Matrosen, von denen kein einziger die Sternbilder deuten kann, von denen kein Einziger und auch keine Einzige einen sinnvollen Kurs einschlagen kann, sie stehen ahnungslos oben auf der Brücke und wir schlafen tief und fest in unserer Kajüte, sturzbesoffen gemacht von billigem Fusel und eingelullt in den Schlaf wie ein Kleinkind.

Ich zitiere hier zum Schluss einen Text von einem der ganz großen Künstler unseres Landes, ein Feingeist mit wachem Verstand. Es ist der Liedermacher Reinhard Mey:

Der Refrain in seinem Stück Das Narrenschiff passt heute besser auf dieses Land als je zuvor:

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Naja, dann hoffe ich mal, dass Ihr alle Schwimmwesten dabei habt. Denn bei nassen Füßen wird es nicht bleiben.

 

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Steppelloch
Steppelloch

Spitze getroffen, das kann ein Volker Pispers nicht besser. Spaß beiseite, die Sache ist tot ernst und ich höre und fühle auch den Frust unter uns und und auch von dir Herr Stein ( Sarkasmus), dass wir nicht durchdingen zur stumpfem Masse, die den „billigen Fusel“ konsumiert. Es ist die Gesamte Bagage die sich anmast das Land zu führen abzusetzen, wegen Unfähigkeit oder fehlender Kompetenz ( Im Unternehmen der Wirtschaft wird man gefeuert) . Das ginge schon jetzt, wenn wir eine unabhängige Justiz hätten, die haben wir aber nicht, also was nun, dann so wie 1989 in der DDR, wir… Weiterlesen »

nowitzkikarsten
nowitzkikarsten

und DDR.2 ist es nicht! DDR ergab wenigstens noch einen Sinn und wir hatten noch eine glückliche Jugend.

nowitzkikarsten
nowitzkikarsten

Du hast so Recht!!! Bei Nassen Füßen wird es nicht bleiben !!! Und Ich bin sehr froh das ich schon etwas älter bin und schöne Zeiten in diesem Land erlebt habe, denn was hier abläüft, dass erlebt man wahrscheinlich nicht mal in einer Klapsmühle.

drums909
drums909

Wieso mutmaßt bei den verschlungenen Milliarden des BER eigentlich niemand das Naheliegendste?

Heino
Heino

Ehrlich gesagt sind eure Beiträge immer sehr wertvoll. Dieser hier aber, also da kann man sich einen ganzen Cabarettabend sparen. In der Roten Pille habe ich noch nichts gesehen, was mich so erheitert hat, wie dieser Beitrag. Ich weiß, es ist eigentlich in keinster Weise zum Lachen, aber die cabarettistische Vortragsweise war einfach nur zu gut!

M.wasserkampf
M.wasserkampf

sehr gut den Finger in die Wunde gelegt

r.kosie
r.kosie

Voll ins schwarze . Positiv die man schaft beschwert sich immer mehr über den Koch ———BILLY SIX IST FREI Hura—————-mit Großer Hilfe von den Russen u. der Afd .Danke ———-Ganz Ganz wenig 99,99 % VON den alt parteien ✔

der.andy
der.andy

Vorschlag:

Nehmt mal einen anderen Editor fürs FrontEnd, das ist ja gruslig, das Teil hier…

der.andy
der.andy

Lieber Robert,(oh, schöne Schrift 😉 das eMobilBashing sollteste mal reduzieren, wennde keinen tieferen Einblick in die Materie hast. Das ist immer so ein ApfelBirneProblem! Vielleicht sollteste, nein, wennde Lust hast kannste mal aufm Kanal von „Leben mit der Energiewende“ und „Horst Lüning“ vorbei schauen, den „Horschtl“ kannste ja auch mal zu „SteinZeit“ einladen. Er kann die Sache ja mal aus einer anderen Sichtweise erläutern. Mir wird viel zu wenig über die positiven Möglichkeiten informiert: Autarkie! Unabhängigkeit! Gerade bei den „freien“ Medien erwarte ich schon eine gewisse Offenheit und kein GeBashe und Nachplappern irgendwelcher Narrative(Lieblingswort vom Franky ;), die nicht haltbar… Weiterlesen »

marcel
marcel

Was denn? Nen Flugzeugträger zu haben ist doch was cooles. Hab zwar noch keine Kinder, aber die Enkel könnten bestimmt den Stapellauf noch miterleben. Und für den Antrieb nehmen wir Solar und Windkraft. Auf dem Oberdeck noch nen Acker mit Gen-Mais für den Bio-Generator falls es mal nachts windstill ist…. Der erste CO2-neutrale und klimarettende Carrier. Kosten und Bauzeit spielen ja in Deutschland absolut keine Rolle. Ein Flugzeugträger ist definitiv kein Verteidigungsinstrument. Da hat ja Frau Verteidugungsminister Ursula von der Leyen Glück gehabt, dass der §80 StGB vor 2 Jahren gestrichen wurde. Ich würde gerne mal wissen wie viele Leichen… Weiterlesen »

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