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Wir brauchen Beziehungskultur – Hans Joachim Maaz


21. Juli 2016

Götz Wittneben im Gespräch mit dem Hallenser Psychiater Hans Joachim Maaz. „Man kann es auf den Punkt bringen: Alle Menschen, die psychisch oder psychosomatisch erkranken, leiden an Beziehungen, beziehungsweise sind wegen Beziehungsstörungen krank geworden“, so Hans Joachim Maaz. Ausdrücklich bezieht er die Beziehung zu sich selbst in dieses Spektrum mit ein, viele Menschen seien sich selbst entfremdet, wüssten gar nicht mehr, wer sie sind, weil sie nur noch lebten, wie sie „sein sollten“. Dieser innere Konflikt wirke sich natürlich auch auf alle weiteren Beziehungen aus, ob in der Familie, mit Kollegen und dann selbstverständlich mit der Gesellschaft und schaffen neue Konflikte.

Solche entfremdete Menschen schaffen wiederum gesellschaftliche Normen, in der man meint, Kinder er-ziehen zu müssen, statt eine Beziehung aufzubauen, denn Beziehung ist es, was Kinder brauchen. Maaz empfindet es als tragisch, dass viele Eltern eher das Richtige machen wollen – selbstverständlich mit dem besten Willen – statt eine authentische Beziehung mit dem Kind zu leben. So werden Ratschläge aus Erziehungszeitschriften befolgt, statt nach dem Herzen und nach der eigenen Intuition zu entscheiden. Kinder aber, so Maaz, reagieren auf alles, was echt ist, nicht auf das, was „richtig“ ist.

Maaz sieht in unserer Gesellschaft nicht bloß eine Bewegung zur Bindungslosigkeit, sonder gar zur „Bindungs-Feindlichkeit“. „Der bindungslose Mensch ist natürlich der, der sich am besten manipulieren lässt…ob nun als Soldat, als Konsument oder Konkurrent..“ Die frühkindliche Fremdbetreuung fördere diese Fehlentwicklung einer beziehungsgestörten Gesellschaft und es sei ein Zeichen einer pathologischen gesellschaftlichen Entwicklung, wenn die natürlichen Bindungswünsche der Menschen in Bezug auf Partnerschaft, aber insbesondere auch in Bezug auf Kinder, nicht mehr wertgeschätzt würden.

Die von Hans Joachim Maaz und Kollegen betriebenen Psychotherapie versuche, die auftretenden Symptome zurückzuverwandeln in die eigentliche Beziehungsgeschichte, aus der die Symptome entstanden sind. Wenn es gelingt, dass ein Mensch wieder lernt, auf seine Beziehungsfähigkeit zu vertrauen und dann tatsächlich in gesünderen Beziehungen lebt, erkennt er, dass er sich vom Druck befreit, den Mangel an Beziehung kompensieren zu müssen, zum Beispiel durch beruflichen Erfolg. Der Mensch erkennt, dass es genau das ist was er eigentlich nur will: Kommunizieren, sich austauschen mit anderen Menschen als d i e befriedigendste Lebensbasis schlechthin.

Weitere Informationen zur Hans-Joachim-Maaz-Stiftung für Beziehungskultur: http://www.hans-joachim-maaz-stiftung.org/

 

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