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Paranormale Phänomene physikalisch erklärt – Dr. Dr. Walter von Lucadou

1. März 2017
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Götz Wittneben im Gespräch mit dem Leiter der Parapsychologischen Beratungsstelle, Dr.Dr. Walter von Lucadou

Dem Buch „Parapsychologie – Die Wissenschaft der ‚okkulten‘ Erscheinungen“ des Leipziger Biologen und Naturphilosophieprofessors Hans Driesch, das dieser 1932 publizierte, ist es letztendlich zu verdanken, dass Walter von Lucadou (Jahrg. 1945) sowohl Physik als auch Psychologie studierte und in beiden Fächern promovierte, um diesen Phänomenen auf den Grund zu gehen. Zielgerichtet zog es ihn dann auch zu Ernst Bender nach Freiburg, der dort 1950 das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) gegründet hatte und von 1967-1975 Ordinarius für Psychologie und Grenzgebiete der Psychologie an der Universität Freiburg war.

1989 gründete Walter von Lucadou die Parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg, die er noch heute leitet und die einmalig in Deutschland ist. Hier können sich Menschen vorurteilsfrei beraten lassen, wenn sie paranormale Erfahrungen gemacht haben, die sie für „übernatürlich/-sinnlich“ halten oder einfach nicht verstehen. Die Beratungsstelle führt auch Fortbildungen für Psychologen, Psychiater und Therapeuten durch, da es tatsächlich häufig vorkommt, dass Menschen als psychisch gestört angesehen und entsprechend medikamentös oder psychiatrisch behandelt werden, die von solchen Erfahrungen berichten. Aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung kommt Dr. von Lucadou zu dem Schluss, dass es tatsächlich Phänomene wie Telepathie, Hellsehen oder Psychokinese gibt. Gerade seine Forschungen auf dem Gebiet der Psychokinese, die landläufig als „Spuk“ bezeichnet werden, haben ihn zu einem der weltweit führenden Experten für diese Phänomene gemacht.

Er schildert die Beratung einer Neunzigjährigen, die erstmals von einem ‚Klartraum‘ erzählte, den sie 70 Jahre zuvor geträumt hatte. Sie hatte geträumt, dass ihre Nachbarin tot aus dem Haus getragen wird und tatsächlich starb diese einige Tage später. Wie viele (vor allem Kinder) hatte sie die Vorstellung, in irgendeiner Weise schuld am Tod der Nachbarin zu haben. Viele Menschen (Kinder) wollen darum diese Gabe nicht, wollen sie loswerden, weil sie ihnen Angst macht. Von Lucadou nennt diese Gaben „Disposition“ oder „Veranlagung“ im Gegensatz zu einer erlernbaren Fähigkeit, wie Klavierspielen. Die Parapsychologische Beratungsstelle hat für Menschen, denen diese Phänomene Angst macht, ein vielfach erprobtes „Bildergalarie-Verfahren“ zum besseren Umgang mit diesen Phänomenen entwickelt, das Dr. von Lucadou in diesem Gespräch ausführlich erläutert.

Natürlich gäbe es für zahlreiche Ereignisse völlig normale physikalische Begründungen und Kausalzusammen­hänge – wie zum Beispiel einen Wackelkontakt bei elektrischen Geräten – aber eine beachtliche Anzahl von Phänomenen lasse sich nicht auf diesen Kausalzusammenhang zurückführen. Von Lucadou erläutert anschaulich den quantenphysikalischen Begriff der „Verschränkung“, der seiner Forschung nach all diesen Phänomenen zugrunde läge. Mit „Verschränkung“ ist gemeint, dass zwei Größen {A,B} in miteinander korrelieren (in Wechselbeziehung stehen) und Musterübereinstimmungen zeigen, ohne das es eine dritten Größe zur Beschreibung gibt. Es gäbe nur eine Bedingung: dass die zwei Größen in einer Art „Kiste“ zusammen sind.

Tatsächlich wird dieser Begriff der „Kiste“ in der Physik gebraucht und der chilenische Biologe und Philosoph Francisco Varela beschreibt diese Kiste näher als „Organisierte Geschlossenheit“, wie zum Beispiel zwei innig Verliebte oder eine starke Mutter-Kind-Beziehung, Liebe ist das Verschränkungsphänomen schlechthin. Aber ein Mensch ist auch mit den Gegenständen verschränkt, die er beispielsweise in seiner Wohnung hat oder die er täglich nutzt. Von Lucadou nutz hier den Begriff des „psycho-physikalischen Systems“, in dem innerpsychische Vorgänge mittels der Verschränkung tatsächlich physikalische Wirkungen im Außen zeigen. Immer wieder konnten die „Spuk-Forscher“ erleben, dass der „Spuk“ in dem Moment vorbei war, wenn der Mensch, in dessen Umfeld die Phänomene auftraten, sein nach außen projiziertes Problem gelöst hatte. „Spuk“, so von Lucadou, „ist wie eine psychosomatische Reaktion, die im Außen stattfindet“ (durch quantenphysikalische „Verschränkung“).

Weitere Informationen zur weitreichenden Forschungsarbeit von Walter von Lucadou: www.parapsychologische-Beratungsstelle.de

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