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Kommt das Bargeldverbot? (Prof. Michael Vogt)


1. Januar 2016

„Deutliche Eindämmung von Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Schwarzarbeit“ propagieren die Befürworter als die vorrangigen Ziele der Abschaffung des Bargelds. Sind das ernstzunehmende Argumente für die Abschaffung eines „Anachronismus“ (O-Ton des sogenannten ‚Wirtschaftsweise‘ Peter Bofinger im Mai 2015) oder verbirgt sich hinter diesen Plänen ein anderes Ziel? Der Journalist und Historiker Michael F. Vogt bezieht in diesem Gespräch klar Stellung. Es geht bei diesen Plänen nach Vogt eindeutig um die radikale Abschaffung jeglicher Privatsphäre der Bürger und um eine Möglichkeit zur Enteignung der Bevölkerung durch direkten Zugriff auf die Konten der Bürger, sei es durch Zwangsanleihen oder sogenannte „Negativ-Zinsen“ auf Sparguthaben. Wenn jede Transaktion elektronisch abgewickelt und damit gespeichert wird, wäre der Gläserne Bürger nahezu perfekt. Ob ich Alkohol oder Biogemüse, Zigaretten oder Vitamine kaufe – alles würde ein Konsumprofil ergeben. Wer nur noch elektronisch bezahlen kann, kann darüber hinaus bei politischer Unkorrektheit jederzeit „abgeschaltet“ werden, er hätte keine Chance, auch nur irgendetwas noch einzukaufen.

Schon in 2016 soll laut Vogt ein Gesetz in den Bundestag eingebracht werden, das jedem, tatsächlich jedem Menschen ein Recht auf ein Konto einräumt – und damit demnächst auch eine Pflicht. Damit soll die Grundvoraussetzung für die Abschaffung des Bargelds geschaffen werden. Die Banken wären dann Handlanger eines immer mehr zur Diktatur tendierenden Staates beim Zugriff auf das Vermögen der Bürger. Wer nach Schweden fährt, darf schon einmal einen Vorgeschmack kosten, denn dort kann mensch noch nicht einmal im Bus bar eine Fahrkarte kaufen. Neben den berüchtigten implantierten RFID-Chips wird in Schweden bereits an der Entwicklung eines sogenannten „Venen-Scans“ gearbeitet, der zur einwandfreien Identifizierung einer Person dienen soll, ähnlich dem Fingerabdruck. Auf die Frage des Moderators Götz Wittneben, ob der einzelne Bürger etwas gegen diese Entwicklung tun könne, reagierte Vogt eher skeptisch, räumte aber ein, das die Abschaffung des Bargelds auch zu kreativen Lösungen führen könnte, sich dem Diktat des Systems zu entziehen.

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