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Klänge oder wie Wunder enstehen – Friedhelm Bretschneider

15. Dezember 2016
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Götz Wittneben im Gespräch mit dem Klangtherapeuten Friedhelm Bretschneider

Friedhelm Bretschnedier wächst im Osten Deutschlands in einem sowohl christlich als auch musikalisch geprägten Elternhaus auf und infolgedessen ohne Engagement bei den Jungen Pionieren oder in der FDJ. Zwar hätten seine schulischen Leistungen für ein (Musik-)Studium ausgereicht, aufgrund der politischen Vorgaben aber war ihm dieser Weg verwehrt und er reparierte als Autoschlosser Trabants. Durch die Heirat einer Pfarrerstochter inspiriert lässt er sich zum Diakon ausbilden und studiert Kirchenmusik. 22 Jahre war Friedhelm Bretschneider dann als Kirchenmusiker und Religionspädagoge bei einer Evangelischen Kirchengemeinde angestellt, bevor er infolge seines deutlichen Engagements im „Betriebsrat“ gekündigt wurde. Was folgte, war die größte Krise seines Lebens, aber wie es bei allen Krisen ist, auch die größte Chance, sein Leben von Grund auf neu zu gestalten und seinem Herzen zu folgen. Angeregt durch die eigene Therapie lässt Friedhelm Bretschneider sich dann zum Klangtherapeuten ausbilden.

Neben seiner musikalischen Begabung zeigt sich auch eine handwerkliche, denn er baut und entwickelt selbst Klanginstrumente von der Tambura bis zu einer zweiröhrigen Flöte. Mit diesen Instrumenten und mithilfe seiner Stimme gelingt es Friedhelm Bretschneider oft auf überraschende, also nie vorher planbare Weise, Menschen zu berühren und in die Kommunikation zu bringen, die durch Koma oder Hirnanomalien bis dahin allein in ihrer Welt gelebt haben. Er schildert berührende Momente seiner Arbeit mit Komapatienten und Hospizkindern, die zu Herzen gehen – oder in die Windel. So habe ein Komapatient unter permanenter starker Verstopfung gelitten und im Anschluss an seine Behandlung so gut abführen können, dass die pflegenden Krankenschwestern ihre liebe Not hatten, alle Spuren zu beseitigen. Klänge, so Bretschnedier, können tiefste, verdrängte und verschüttete Gefühle an den Tag bringen. Zuweilen wehren sich darum auch Patienten unbewusst, solange sie dazu noch nicht bereit sind und das sei auch gut so.

Aber Friedhelm Bretschneider belässt es nicht bei der Klangtherapie, schiebt seine Grenzen immer weiter hinaus, in dem er auch schamanische Reisen anbietet, die er mit seiner selbstgebauten Trommel begleitet.

Mehr Informationen zu Friedhelm Brettschneider: www.klangundleben.de

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