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Grenzen(-los) – Andreas Beutel


29. Dezember 2016

Götz Wittneben im Gespräch mit dem Autoren und Forscher Andreas Beutel im Rahmen von „Horizonte des Herzens“

„Eine Grenze ist immer durchlässig! Eine Mauer oder Blockade nicht. Ohne Grenzen ist Leben überhaupt nicht möglich!“ mit diesem Statement eröffnet der Leiter des Dresdner Pythagoras-Instituts, Andreas Beutel, das Gespräch. Gerade jenes in den Sozialen Medien kursierende Bild der Erde aus dem Weltraum mit dem Spruch „Siehst du irgendwo Grenzen? Ich nicht?“, sieht er als reine Propaganda, denn selbst die Erde als Ganze habe Grenzen hin zum Weltraum. Grenzen haben vor allem die Funktion eines geregelten Austausches, wie es zum Beispiel bei einer lebenden Zelle der Fall ist. Welche Dinge werden durch die Membran hindurch gelassen?

Es gibt Menschen, deren gefühlte Grenze des „Intimbereichs“ beginnt erst am Körper, bei manchen liegt sie sogar nur im Bereich hinter dem Menschen. Unsere Körpergrenze, die Haut, ist eines der größten Atmungsorgane, würden wir unsere Haut lackieren, würden wir sterben, so wie bei einer zu großflächigen Verbrennung der Haut. Bei Versuchen der Nasa, bei dem Astronauten in körperwarmen Wassertanks beatmet keinerlei Widerstände spürten, begann sich nach zehn Minuten das Blut aufzulösen und die Versuche mussten abgebrochen werden.

Grenzen sind aber nicht nur im Bereich des Physischen notwendig. Auch ethische Grenzen werden derzeit aufgelöst. „Wir haben keine Achtung mehr vor der Natur und und selbst“, stellt Andreas Beutel fest, wo die mentalen Grenzen der Machbarkeit fallen, fallen derzeit auch die ethischen Grenzen, das Machbare auch umzusetzen. „Male einen Knopf und schreibe darunter: ‚ Das Ende der Welt‘, es wird die Farbe kaum trocknen können, da hat sich schon jemand gefunden, der bereit ist, ihn zu drücken!“

„Wir brauchen einen inneren Bezugspunkt und nach außen Grenzen, um nicht manipuliert zu werden. Jeder darf lernen, seine eigenen Grenzen zu spüren, zu achten, zu verändern und für sie einzustehen.“

Weitere Informationen zu Andreas Beutel: http://pythagoras-institut.de

Weitere Informationen zu Götz Wittneben: http://wenn-wir-wuessten.de


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