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Freilernen – Mut zur Selbstbestimmung

14. April 2016
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Götz Wittneben im Gespräch mit Sven u. Maike Kups u. Josi Woyda

Kinder- und Jugendpsychologen haben derzeit in Deutschland ausgesorgt, denn unseren Kindern geht es im deutschen Schulsystem immer schlechter und die Familien leiden. In den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten sind immer mehr Kinder geboren worden, die sich nicht mehr funktionalisieren und als Objekte behandeln lassen wollen. Ihr Verlangen nach Selbstbestimmung schon als Kind stellt nicht nur die Eltern dieser Kinder vor eine Herausforderung, sondern trifft im deutschen Schulsystem in der Regel auf Unverständnis und Widerstand. Die Kinder werden mit Diagnosen wie ADHS o.ä. stigmatisiert, die Pharmaindustrie generiert Rekordumsätze mit Ritalin und ähnlichen, das Gehirn der Kinder verändernden Psychopharmaka. Viele Eltern fügen sich diesem vermeintlichen Schicksal ihrer Kinder, aber die Zahl derer, die die Verantwortung für ihre Kinder wieder voll und ganz zu sich nehmen, wächst. Filme wie „Alphabet“ oder „Be and Becoming“ ermutigen dabei immer mehr Menschen, auch diesen Weg in die Freiheit zu gehen.

Zu ihnen gehören Sven und Maike Kups. Während sich ihr älterer Sohn mehr oder weniger an das Schulsystem anzupassen vermochte, zeigte der jüngere bereits im Kindergarten, dass er sein Recht auf Selbstbestimmung als unveräußerliches Grundrecht auch eines Kindes ansieht. Während der Vielfrager im Kindergarten noch seinem Bewegungsdrang nachgeben und sich bei Gruppenangeboten wie Basteln lieber selbst beschäftigten konnte, war dieses Stück Freiheit mit dem ersten Schultag vorbei. Es begann ein Jahr des Leidens und die Eltern versuchten alles, um ihren Sohn, der sich bereits in diesem Alter mit philosophischen Fragen beschäftigt, für die Schule zu motivieren – vergebens. Das Leiden des Jungen nahm stetig zu, sodass die Eltern zu dem Entschluss kamen, dass das Kinderwohl über jeglicher Schulpflicht steht, ihr Sohn durfte daheim bleiben und das wollte dann auch der ältere. In diesem authentischen Gespräch, an dem sich Josi, die Tochter von Maike als Freilernerin (sie bereitet sich ohne Schule auf das Abitur vor) beteiligt, sprechen die Eltern offen über die nie ganz reibungslose Entstehungsgeschichte dieser Entscheidung FÜR ihre Kinder, die noch immer Experimentalcharakter hat, aber schon jetzt erfreuliche Früchte trägt.

Gott sei Dank gibt es in Leipzig wie in anderen deutschen Städten immer mehr Selbsthilfegruppen von Freilerner-Eltern, in denen sich ausgetauscht und Mut gemacht wird, dem Druck der Behörden, die gebetsmühlenartig auf die Erfüllung der Schulpflicht bestehen, standzuhalten. Neben Deutschland existiert in Europa nur noch in Schweden eine Schulpflicht, während alle anderen europäischen Staaten nur eine unterschiedlich lange Bildungs- oder Unterrichtspflicht kennen, die auch z.B. durch „Homeschooling“ erfüllt werden kann.

Weitere Informationen: Bundesverband Natürlich Lernen: www.bvnl.de

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