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Freiheit – Die große Simulation? Andreas Beutel


26. Oktober 2016

Götz Wittneben im Gespräch dem Autor und Forscher Andreas Beutel.

„Du hast die Wahl!“ lautet ein Werbeslogan eines Lebensmitteldiscounters – ist das die Freiheit? Stell dir einen Raum vor, der voller schöner Dinge ist, die ein Mensch kaufen kann. Je nach finanzieller Ressourcen kannst du die Dinge erwerben, als Hilfe-Empfänger hast du natürlich nicht die große Qual der Wahl. Durch das Fenster hat mensch einen schönen Ausblick, es ist allerdings aufgemalt. „Leben wir also in einer großen Simulation von Freiheit?“ lautet die Eingangsfrage vom Moderator Götz Wittneben. Andreas Beutel sieht es so! Auch kann er Götz‘ Beobachtung teilen, dass die wachen Menschen in der damaligen DDR über ein deutliches Maß mehr innerer Freiheit verfügten, als ihre Brüder und Schwestern im Westen, die sich so frei wähnten, weil sie reisen konnten und weil sie glaubten, dass die Tagesschau in einem freien Land die Wahrheit berichten würde im Gegensatz zu den Propaganda-Organen „Aktuelle Kamera“ oder „Neues Deutschland“.

Die Freiheit der Entscheidung – Entscheidungsfreiheit also – wird im Alltag derart durch so viele Entscheidungssituationen im Bereich des Konsums bis zum Exzess strapaziert, dass nur wenige auf die Idee kommen, wirklich wichtige Entscheidungen für ihr Leben zu treffen. Des abends sind wir eben regelrecht entscheidungsmüde. Ein genial ausgeklügeltes System, in dem ein Haufen Angebote vorgegeben werden und die meisten gar nicht auf die Idee kommen, statt sich für das eine oder andere Angebot zu entscheiden, eine völlig andere Wahl zu treffen jenseits alles Konsumangebote. Die politischen Wahlen stellten ebenfalls nur eine Simulation dar, da keine der bekannten Parteien das System als solches infrage stellt.

Schon in den Begriffen „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“ läge eine Begriffsverwirrung, denn der eine gibt ja seine Arbeitskraft, die der andere nimmt – und ihm dann zwischendurch die ER-LAUBnis erteilt, sich für eine bestimmte Zeit vom Arbeitsplatz zu entfernen, was wir dann (freudig) UR-LAUB nennen. „Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlicher Weise glaubt, frei zu sein“. Dieses Wort vom alten Goethe trifft auf die heutige Gesellschaft mit Sicherheit millionenhaft zu. Andreas aber macht deutlich, dass wir das alles – aus spiritueller Perspektive betrachtet – selbst gewählt, ja darin eingewilligt haben, um bestimmte Bewusstseinsprozesse zu durchlaufen. Wir sind also nicht einfach die Opfer von dunklen Mächten, als die wir uns gern hinstellen. „Diese sogenannten Dunkelkräfte sind unsere Lehrmeister, die uns durch ihr Einengen immer mehr dazu bringen, nach innen zu schauen“.

Mehr zu Andreas Beutel: www.Pythagoras-Institut.de

Mehr zu Götz Wittneben: www.wenn-wir-wuessten.de

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