Seitdem sie öffentlich als Pressesprecher von PEGIDA in Erscheinung trat, umgab Kathrin Oertel ein großes Medieninteresse. Sie galt als „Frau PEGIDA“, das Gesicht einer laut Medien „islamfeindlichen“ Bewegung. Ihr wurden Dummheit, niedere Motive und moralische Defizite vorgeworfen. Doch stimmt dieses Bild? Oder wurde der Charakter von Frau Oertel wie auch die ganze neue Friedensbewegung (abseits der Parteien) verzerrt und von den Medien ins Gegenteil verkehrt? Und wer ist sie, und was will sie wirklich?
Im NuoViso Talk mit Hagen Grell spricht Kathrin Oertel über ihre Vergangenheit, die ihr „aktivistisches Erwachen“ im Prinzip vorbereitete: Sie stammt aus einer Unternehmerfamilie, machte ein Wirtschaftsabitur und schrieb ihre Abiturarbeit über die Probleme des (damals geplanten) Euros. Ihre heutige Tätigkeit als Wirtschaftsberater und Immobilienbewerter hält ihr Interesse an logischen Zusammenhängen lebendig. Und genau diese persönlichen Hintergründe führten sie dazu, ihr Verständnis von Demokratie und Volksvertretung zu hinterfragen, als sie immer mehr verstand, dass die Realität der Volksvertretung ihrem Namen nicht mehr gerecht wird.
Der eigentliche Auslöser für die Gründung von PEGIDA, erklärt Oertel, war die Reaktion auf eine Demo in Dresden, die Waffen für die PKK (eine als terroristisch eingestufte kurdische Vereinigung) forderte. Lutz Bachmann, Oertel und das Gründungsteam wollen verhindern, dass der Krieg nach Deutschland geholt wird, nutzten die guten Werbekontakte von Bachmann und machten Kathrin Oertel als einzige Frau zur Pressesprecherin der Bewegung.
Oertel sah sich lange auf der richtigen Seite und war gleichzeitig schockiert über die Belagerung ihres Privatlebens, ihrer Kinder und der regelrechten Bedrängung durch die Presse. Kathrin Oertel, die vorher nur die Meinung des Mainstream kannte, stand plötzlich auf der anderen Seite und wurde diffamiert und angefeindet. Veröffentlichte Interviews gaben genau das Gegenteil von dem wider, was sie wirklich gesagt hatte. Ihr Charakter und ihre Intelligenz wurden schonungslos in Frage gestellt. Das wiederum führte auch sie dazu, sich in alternativen Medien wie KenFM zu informieren und eine ganz neue Welt von Informationen kennen zu lernen.
Der Ausstieg aus PEGIDA geschah nach der Günther Jauch Sendung und angeblichen Terror-Drohungen gegen die Gründer. Das sächsische Polizeipräsidium sprach davon, die Demo zu verbieten und ordnete Personenschutz an. Dieser bestand bei einer PEGIDA-Sitzung aus kaffeetrinkenden Polizisten, während ebenerdig riesegroße Restaurant-Fenster einen Anschlag kinderleicht gemacht hätten. Oertel fühlte sich von der Polizeileitung betrogen und fand aber keinen Widerhall im Orga-Team. Auch zeigten sich immer mehr ideologische Unterschiede, sodass man sich entschied, getrennte Wege zu gehen.
Neben einigen Aufklärungen über die Medienverzerrungen über sie auch nach PEGIDA spricht Kathrin Oertel auch über ihre Vision für Deutschland. Sie wünscht sich eine Erneuerung der Medienlandschaft: Neutralität, Objektivität, Dialektik. Volksentscheide sollen das Kernelement der neuen Demokratie werden. Die parlamentarische Demokratie sei am Ende. Machtkonzentrationen müssten verhindert werden. Sie möchte, dass gute Ideen sich verbinden und die Menschen sich auf die 80% Gemeinsamkeiten und nicht auf die 20% Unterschiede konzentrieren. Nur auf diesem Weg, so Oertel, können wir erfolgreich sein.
Es ist wieder einmal offensichtlich geworden. Die Menschen lassen aus Angst alles mit sich machen. Im Gespräch mit Julia Szarvasy gibt Sven Böttcher einen Einblick in sein neues Buch „Wer wenn nicht Wir?“ Buch „Wer wenn nicht WIR?“ bestellen: https://bit.ly/3hrrpIU
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