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München – Ansbach- Reutlingen – Würzburg: Terror im Kopf – Frank Geppert im NuoViso Talk

25. Juli 2016
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Der Terror hat endgültig Deutschland erreicht. Die Ereignisse in München, Reutlingen, Würzburg und Ansbach in nur wenigen aufeinanderfolgenden Tagen verunsichert die deutschen Bürger. Der Friedensaktivist und Mitorganisator der Montagsmahnwache in Halle ist gespalten. Soll er die Ereignisse am Montag nach dem Terror-Wochenende thematisieren oder nicht? Besonders der Umstand, dass sich ein Kamerateam vom Mitteldeutschen Rundfunk zu der Demo angemeldet hat, erschwert die Situation.

Gern würde Geppert ganz wertfrei die Tatsache erwähnen, dass es sich bei allen vier Einzeltätern um Menschen mit Migrationshintergrund handelt, wobei die Sache natürlich nicht so einfach und monokausal ist. Doch es wäre genau diese eine Aussage, welche wahrscheinlich später den Weg ins Fernsehprogramm finden würde, um darzustellen, wie die Leute, die zu einer Mahnwache gehen wirklich ticken.

Dabei sei das Feststellen von Fakten und das Hinterfragen der vom Mainstream präsentierten Stories das Wichtigste überhaupt. Das Funktionieren von unabhängigen Medien sei die Stütze einer jeden Demokratie. Doch genau diesen unabhängigen Journalismus ist weder bei den profitorientierten Privatsendern zu finden, noch bei den GEZ-finanzierten Öffentlich-Rechtlichen Medien. Umso wichtiger sei daher die Arbeit der vorrangig im Internet aktiven Alterntaiv-Medien, so Geppert. Doch diese zerfleischen sich bisher lieber gegenseitig, als gemeinsam Seite an Seite zu stehen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Und so gibt es zu den vier verschiedenen Bluttaten vom vergangenen Wochenende keine einheitliche alternative Sichtweise. Für viele Skeptiker stand relativ schnell fest, man muss es wieder einmal mit Terror unter falscher Flagge zu tun haben. Wirkliche Anhaltspunkte hierfür fehlen bisher jedoch. Als vermeintliche Belege für Ungereimtheiten werden unterschiedliche Zeugenaussagen herangezogen. So lassen sich unter den späteren Beschreibungen zum Tathergang in München beispielsweise sowohl Zeugen finden, welche dem Täter die Worte „Alahu Akbar“ in den Mund legten als auch Zeugen für das Gegenteil, welche den Täter „Scheiß Ausländer“ sagen hören wollten. Und so kursieren die verschiedensten, bisher allerdings haltlosen Theorien über die Hintergründe der Amoktat von München. Islamistischer Terror, Rechtsterrorimus, geheimdienstlich inszenierter Staatsterror – hauptsache man hat ein Feindbild. Das am Ende womöglich die Münchner Polizei gute Aufklärungsarbeit leistete und im Endergebnis die Tat zu recht zu einem Amoklauf erklärt, hält man in der Alternativ-Denker-Szene bereits reflexartig für unwahrscheinlich.

Bei den Geschehnissen in Ansbach und Würzburg hingegen ist die Faktenlage eindeutiger. Beide Taten haben einen klaren Bezug zum IS. Glücklicherweise sind bei den Taten von Würzburg und Ansbach keine Todesopfer zu beklagen, denn außer den Attentätern selbst kam bei den Attacken niemand zu Tode. Hinter der Tat von Reutlingen scheint ein persönliches und nicht politisch motiviertes Motiv dahinterzustecken – ein Drama wie es sich in der bundesdeutschen Geschichte desöfteren ereignet – auch ohne Migrationshintergrund der Täter, wie jeder aufmerksame Konsument von Boulevard-Nachrichten weiß.

Wie also umgehen mit den Ereignissen, welche uns in vier aufeinanderfolgenden Tagen ereilten? Was darf man sagen und was nicht? Frank Geppert jedenfalls will sich nicht verbieten lassen öffentlich laut zu denken und Fragen zu stellen. Und somit wird der Umgang mit der neuen Qualität von Bluttaten in Deutschland zu einer erneuten Zerreisprobe für die deutsche Friedensbwegung und Alternativen Medienszene.

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