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Menschen sind oft blind für Fehler des Systems – Dr. Josef Schmelzer im NuoViso Talk

6. März 2016
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Lügen, Betrügereien, Diebstähle und Kriegsprofiteure werden mittlerweile in der alternativen Medienszene regelmäßig kritisiert. Es wird verstanden, dass die Presse regelmäßig lügt, die Wirtschaft rücksichtslos produziert, die Banken ihre Kunden geschickt bestehlen und die Regierungen ihre Macht zuweilen unverantwortlich an die Meistbietenden verkaufen. Doch die grundsätzlichen Systemfehler werden neben der Geldsystemkritik nur selten besprochen. Prof. h. c. Dr. Josef Schmelzer diskutiert eine ganz neue Sichtweise im NuoViso Talk mit Hagen Grell.

Die Engstirnigkeit gegenüber neuen Entwicklungen und Prozessen lässt sich auch gut an einem Treffen von Hochintelligenten des Vereins MENSA in den 1980er Jahren verdeutlichen, wie Dr. Schmelzer berichtet. Damals wurde die Möglichkeit von Computerviren diskutiert, noch lange bevor der erste Computervirus umgesetzt wurde. Anwesende Pressevertreter hielten diese Mögilchkeit für idiotisch. Die fehlende Vorstellungskraft gegenüber neuen Ausprägungen bekannter Prinzipien zeigt sich auch darin, dass die Gesellschaft zu spät auf diese Gefahren reagiert.

Eine weitere Parallele des gleichen Prinzips in unterschiedlichen Umgebungen ist, so Schmelzer, der „programmmäßige“ biologische Tod von Menschen und die Unfähigkeit zur technologischen Innovation in einem fundamental-islamischen Land. Die geistige „Inzucht“ innerhalb eines ideologischen Systems (zB auch wie in Maos China oder dem christlich-fundamentalistischen „Bible Belt“ in den USA) führt zu Stillstand und Tod – genauso wie die identische Zellteilung innerhalb des Körpers zum letztendlichen Verfall führt.

Als Gegenprinzip zu dieser „ungeschlechtlichen Fortpflanzung“ stellt Dr. Schmelzer das Prinzip der geschlechtlichen Fortpflanzung dar. Dieses sei zwar deutlich energieaufwendiger, aber würde zu einer systematischen Herstellung ähnlicher Vielfalt führen, wogegen „ungeschlechtliche Fortpflanzung“ (wie „geistige Inzucht“) immer zu den gleichen oder sogar schlechteren Kopien führe. China zum Beispiel habe erst wieder mit der Entwicklung begonnen, als Deng Xiaoping mit seinem Slogan „Lasst 100 Blumen blühen“ nicht nur die Vielfalt zuließ, sondern regelrecht dazu aufrief.

Nur so ist es auch möglich, die Evolution von Theorien im stetigen Fortschritt zu garantieren. Dies erläutert Schmelzer am Beispiel der Kuh-Krankheit Milchfieber, über welche etliche Theorien bestehen, die einander ablösten und das Verständnis immer einen Schritt weiter führten.

Auswege sieht Dr. Schmelzer in der systemischen Veränderung bezüglich der Wertschöpfung in unserem System. Diese sei auf den Ebenen „ökonomische, ethische und emotionale Wertschöpfung“ zu betrachten, was sich in Geld, Sinn und Freude übersetzen ließe. Die Qual, sich zwischen „Welt retten“ und „Geld verdienen“ entscheiden zu müssen, würde immer mehr aufgelöst werden, je mehr Transparenz im System existiert.

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