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Meinungsfreiheit adé: Ein Interview bei Ken Jebsen kostete ihn seinen Job

23. August 2017
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Ex-Arbeitnehmervertreter Rainer Forster im Studio Talk: Ein privat abgegebenes Interview mit Ken Jebsen kostete ihn letztlich den Job. Um die Meinungsfreiheit sei es in Deutschland nicht mehr gut bestellt, konstatiert er heute. Als Diözesansekretär bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) war der politisch-moralisch agierende Veranstalter von Diskussionsabenden immer wieder an die Grenzen seiner ihm erlaubten Aufklärungsarbeit geraten. Alles begann bei einer von ihm organisierten Veranstaltung, bei der ein Verwandter eines seiner Vorgesetzten, CSU-Landtagsabgeordneter, vom Publikum sein Fett weg bekam – ein Umstand, den Rainer Forster nicht verschuldet hatte. Wohl eher hätte die CSU-Politik auf den Prüfstand gehört, doch „kritische“ Veranstaltungen wie diese durfte er ab diesem Tag nur noch mit ausdrücklicher „Genehmigung“ seines Chefs durchführen. Souverän setzte Forster seine politische Arbeit fort, lud den renommierten Friedenshistoriker Daniele Ganser ein. Nun begann auch ein mediales Trommelfeuer: Mit einer gegen ihn gerichteten Kampagne, so Forster, hätten zwei Lokalzeitungen ihn förmlich aus seinem Amt gedrängt – die Vorgesetzten beim KAB hätten am Ende wegen des medialen Drucks gehandelt. Die Kündigung, die der Familienvater dann an seine Haustür geliefert wurde, enthielt nicht einmal einen konkreten Kündigungsgrund…

Ein Lehrstück über Meinungsfreiheit und regional politischer Verfilzung im CSU-regierten Freistaat.

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