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Frieden durch Auflösung des Rechts-Links Denkens – Rüdiger Lenz im NuoViso Talk


25. Oktober 2015

Im Zuge brandheißer politischer Streitthemen wie TTIP, Flüchtlingskrise und Parteiendiktatur bilden sich sehr verhärtete Fronten in Deutschland. Es gibt viele verschiedene Lager, von denen die meisten scheinbar an der gedanklichen Rechts-Links Grenze scheitern, die in Deutschland seit Jahrzehnten kultiviert wird. An dieser Grenze und generell an der persönlichen Entwicklung arbeitet Therapeut, Ausbilder und Autor Rüdiger Lenz („Das Nichtkampf-Prinzip“). Im NuoViso-Talk spricht er mit Hagen Grell über die neue Friedensbewegung, Staat vs. Freiheit, die Mathematik der Flüchtlingskrise, Political Correctness und Nationalstaat.

Zunächst schildert Lenz seine Sicht auf die neue Friedensbewegung und ihre große Spaltung und Zersplitterung. Die Ursachen seien einerseits im unterschiedlichen Wissenstand der Hauptakteure und in den unterschiedlichen Zielen zu suchen. Die Souveränisten sehen die Umwandlung Deutschlands in einen tatsächlich souveränen Staat als das Hauptziel ihres Wirkens, kommunale Aktivisten dagegen wollen den Frieden vor Ort schaffen. Dazu kommt die festgefahrene Spaltung Deutschlands in „Rechts“ und „Links“. Und so kam es schnell zu Anfeindungen und Schock-Reaktionen, die die Menschen zu den Anführern der jeweiligen Lager trieben.

Lenz erklärt, dass gerade dort Brückenbauer gebraucht würden, die einerseits die kommunale Friedenskultur förderten und auch große Probleme wie die US-Militärbasis Rammstein auf deutschem Boden zum Thema machten. Doch dieser Brückenbau sei schwer zu gewährleisten, da sich viele Menschen eben nicht selbst ändern wollen, sondern mit stahlharten Argumenten ihre Peer-Gruppen von den anderen abgrenzen.

Das Problem sei auch, so Lenz, in der Flüchtlingsproblematik zu finden. Einerseits empfinde er selbst große Empathie für alle Flüchtenden, doch müsse auch gerechnet werden, was machbar ist. Man braucht ein Budget und räumliche Kapazitäten, um Gäste unterzubringen. Und wenn das nicht möglich ist, dann schafft man eine katastrophale Situation sowohl für Flüchtlinge als auch für die Deutschen. Mit dem Hintergrund, dass viele der Ankommenden einfach eine Frau, Arbeit, eine Familie, Anerkennung, eine Wohnung und ein Auto haben wollten, sei es hoch fahrlässig und ein psychologisches Desaster von der Regierung, immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland zu holen.

Eine Besonderheit des Interviews ist das Streitgespräch zwischen Lenz und Grell, in denen beiden mit gegensätzlichen Positionen experimentieren, um eine Streitkultur zu präsentieren. Sie besprechen den Slogan „Refugees Welcome“, die grassierende Political Correctness, das Konzept Nationalstaat, das BGE, eine eurasische Union mit Russland und Feminismus.

Ein Fazit von Rüdiger Lenz: Eine gesunde Diskussion setzt Wissen und Respekt voraus. Das wichtigste beim Reden sei das Zuhören. Und niemand komme umhin, seine Hausaufgaben zu machen: Hingehen, anschauen, ausprobieren sind die Kernelemente des Fortschritts.

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