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Florian Homm bei SchrangTV-Talk


29. Juni 2017

Der ehemalige Hedgefond-Manager Florian Homm berichtet im Gespräch mit Heiko Schrang über sein bewegtes Leben.

Florian Homm wuchs als Sohn des mittelständischen Handwerksunternehmers Joachim Homm und seiner Frau Maria-Barbara „Uschi“ Homm im hessischen Bad Homburg vor der Höhe auf. Sein Großonkel mütterlicherseits war der Unternehmer Josef Neckermann. Nach einem Studium an der Harvard University, das er mit einem Master of Business Administration an der Harvard Business School abschloss, begann Homm seine Tätigkeit in der US-amerikanischen Finanzwirtschaft bei der Investmentbank Merrill Lynch, danach war er bei dem US-Fondsanbieter Fidelity Investments, der Schweizer Privatbank Julius Bär und dem US-Vermögensverwalter Tweedy Browne.

1993 machte er sich selbständig und gründete mit dem US-Amerikaner Kevin Devine die auf kleine Unternehmen spezialisierte Investmentgesellschaft Value Management & Research AG (VMR), mit dem er später eine Reihe von erfolglosen Unternehmen – wie „Toysinternational.com“ oder „Comtelco“ – an Internetbörsen wie den Frankfurter Neuen Markt brachte. Erste Vorwürfe machten die Runde, Homm beeinflusse durch öffentliche Aussagen und Analysen über Unternehmen die Kurse, um davon dann mit seiner Firma als Investor zu profitieren. Der folgende Börsenboom machte ihn reich. Nachdem das geplante Zusammengehen mit der wenig später insolventen Gesellschaft Knorr Capital scheiterte, verließ Homm VMR. VMR war im Jahr 2000 500 Millionen Euro wert, zwei Jahre später mit der Dotcom-Blase kollabiert. Im Jahr 2000, auf dem Höhepunkt der Blase, attestierten die Ärzte dem damals 40-jährigen Multiple Sklerose, eine Krankheit, an der seine Schwester 2005 gestorben ist.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends gründete er in Los Angeles den Hedgefonds Absolute Capital Management Holdings Ltd. (ACM) – Sitz auf der britischen offshore-Steueroase Kaimaninseln – mit, den er 2006 in das unreglementierte Alternative Investment Market-Segment der London Stock Exchange führte. In seiner erfolgreichsten Phase verwaltete er mit ACM drei Milliarden Euro Kundenvermögen und schaffte damit den Sprung unter die 300 reichsten Deutschen Sein Privatvermögen wurde auf 400 Millionen Euro geschätzt. Er wurde von der Investmentzeitung Alternative Investment News als Hedge Fund Leader of The Year bezeichnet.

Homm sorgte dann mit seiner Forderung zur Aufspaltung von Freenet für Aufsehen. Er beteiligte sich mit ACM am Reisekonzern TUI und dem Fußballklub Borussia Dortmund. Insbesondere bei Borussia Dortmund sorgte er mit einem Engagement von 20 Millionen Euro für die Rettung des Vereins, leitete mit einer mit der Zahlung verbundenen Erklärung aber auch die Entmachtung der Führung des BVB ein. In seiner Biographie berichtet Homm, er habe eigentlich mit dem BVB Geld machen und ihn an zwei russische Oligarchen verkaufen wollen. Als er, entgegen seiner Gewohnheit, erst nach seinem Einstieg eine Überprüfung des Unternehmens vornahm, bemerkte er, wie schlecht es dem Club ging und beschloss, ihn zu retten, da man sich die Verluste nicht erlauben konnte

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