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„Russische Hacker“ als Mittel, um Trump zu diskreditieren?

19. Januar 2017
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– von Nikolai Starikov (übersetzt von Konstantin E.)

Der Sieg von Donald Trump bei den Wahlen in den USA, ist nicht einfach nur ein Sieg eines Kandidaten über den anderen. Und es ist auch kein Vorzug der Wähler, denen der „Vorschlag“ der einen Partei näher lag als der „Vorschlag“ der anderen Partei. Das ist das Ergebnis eines inneren Kampfes der amerikanischen und damit auch der Weltelite. Eine der beiden Seiten hat gewonnen und wird ihre Art der Politik der ganzen Menschheit vorschlagen (oder auferlegen). Die Präsidenten der USA werden nicht gewählt, sie werden bestimmt.

Jeder, der sich ernsthaft mit der amerikanischen Innenpolitik beschäftigt, wird ihnen sagen, dass die USA keine Außenpolitik als solche haben. Es gibt die Innenpolitik, und der Rest der Welt wird ihr irgendwie „angehängt“. Der Glaube an den eigenen Messianismus einerseits und die tatsächliche Konzentration der Multinationalen Unternehmen in den USA andererseits, führte dazu, dass die Innenpolitik alles andere ersetzt hat. Auf den abgehaltenen Wahlen in den USA, welche die Entscheidung der Welteliten lediglich absegnen sollen, wurde über die weitere Entwicklung der gesamten Menschheit entschieden. Und entschieden wurde nicht an der Wahlurne, sondern in stillen Räumen, ohne überflüssige Augen und Ohren.

Und nun, die Wahlen sind vorüber. Was ist von ihnen übrig geblieben? Oder genauer, was wurde von ihnen übrig gelassen? Der Mythos von den „russischen Hackern“. Das ist ein sehr willkommener Mythos für die unterlegene Seite, für die Demokraten, hinter denen Transnationalen Unternehmen stehen, die eine voranschreitende Globalisierung und eine Ausrichtung der Wirtschaft nach den Finanzen anstreben. Und ein sehr unwillkommener Mythos für den Sieger, Trump, hinter welchem der Teil der Weltelite (und der amerikanischen Elite) steht, welche die Rückkehr der Industrie nach Amerika und das Ende der Globalisierung in ihrer heutigen Form vertreten.

Inwiefern ist der Mythos, dass die „russischen Hacker“ etwas gemacht haben, infolge dessen Hillary Clinton verloren habe, für die Gegner von Trump willkommen und für Trump selbst überhaupt nicht?

Bevor wir uns in diese Frage vertiefen, stellen wir einige Fakten gegenüber. Es geht über einige rätselhafte Tode, die ganz eng mit Hillarys Wahlkampagne verknüpft sind.

  • John Ashe – Der Ehemalige Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen war in einen Korruptionsskandal verwickelt. Er wurde festgenommen, weil er von chinesischen Investoren Bestechungsgelder angenommen haben soll. Und am 27. Juni 2016 sollte er vor Gericht eine Aussage über seine Verbindungen zu dem chinesischen Geschäftsmann Ng Lap Seng tätigen. Seng war einer der Beteiligten im sogenannten „Chinagate“, wo es um die Finanzierung der Wahlkampagne von Bill Clinton und die gesetzeswidrige Finanzierung des Nationalausschusses der Demokratischen Partei der USA ging. Da Seng enge Kontakte zu der Clinton-Familie pflegte, haben viele damit gerechnet, dass Ashe die Strukturen der Schattenfinanzierung der laufenden Champagne von Hillary, aber auch die Methoden des Aufkaufs und des Fälschens der Vorwahlen, offenlegen würde. Am 23. Juni 2016, drei Tage von dieser Gerichtsverhandlung, ist Ashe plötzlich verstorben. Als er zuhause alleine Sport trieb, fiel ihm eine Hantel auf den Hals. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Quelle: http://oko-planet.su/

  • Seth Rich – war ein Mitarbeiter des Nationalausschusses der Demokratischen Partei. Dort hatte er den Posten des director of vote expansion inne. Er hatte nicht nur Zugang zur elektronischen Post, sondern auch zu dem Server, auf dem sich das Material befand, das sich später auf WikiLeaks wiederfand. Er ist ein möglicher „Insider“, der die Information über die schmutzigen Geschäfte der Demokratischen Partei weitergab. Er wurde am 10. Juli, kurz vor dem Kongress der Demokraten, mit zwei Schüssen in den Rücken getötet. Die Polizei behandelt das Verbrechen als einen „missglückten Überfall“, obwohl keine Wertgegenstände oder Geld fehlten. Quelle: http://politrussia.com/world/za-khillari-klinton-420/

  • Joe Montano – war ein ehemaliger Vorsitzender des Nationalausschusses der Demokratischen Partei. Mehr noch, er war ein Helfer des Vizekandidaten der Demokraten, Tim Kaine. Er war in Parteiangelegenheiten eine sehr sachkundige Person und sein Tod, während der Kongress noch abgehalten wurde, buchstäblich einen Tag nach den Veröffentlichungen bei WikiLeaks, hat viele zum Nachdenken gebracht. Er starb am 25 Juli. Als Todesursache des 47-jährigen, wird Herzinfarkt angegeben. Quelle: http://oko-planet.su/

  • Viktor Thorn – ein Journalist und Autor der Trilogie „Hillary (and Bill) – Sex, Drogen, Morde” und des Buches „Crowning Clinton: Why Hillary Shouldn’t be in the White House”. Kurz vor seinem Tod beschuldigte er die Clintons des Mordes an Seth Rich, der am 10. Juli unweit des Weißen Hauses, nach dem Durchsickern der geheimen Parteidokumente auf den Portal WikiLeaks, erschossen wurde. Thorn war der erste, der den Mord an Rich (durch zwei Schüsse in den Rücken) mit der afroamerikanischen Organisation „Black Lives Matter“ in Zusammenhang brachte, welche loyal gegenüber der Demokratischen Partei ist. In seinen letzten Forschungen untersuchte er auch den rätselhaften Tod des ehemaligen Präsidenten der UN-Generalversammlung, John Ashe, der nach der offiziellen Version bei seinen morgendlichen Übungen mit einer Hantel starb. Das geschah an dem Tag, wo er gegen die Demokratische Partei und Clinton bezüglich ihrer Finanzierungen, aussagen sollte. Nach der Meinung von Thorn, war das ein Auftragsmord. Er selber wurde am 1. August 2016 durch einen Kopfschuss getötet. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus.

  • Shawn Lucas – reichte am 28. Juni 2016 eine Klage gegen den Nationalausschuss der Demokratischen Partei ein. Und Anfang Juli beschuldigte er diesen des Betruges während der Vorwahlen, wo Bernie Sanders zugunsten von Hillary Clinton übervorteilt worden sei. Manchen Quellen zufolge, sei er ein Anwalt, und anderen zufolge, sei er ein führender Spezialist des Falles gewesen. Gesicherte Informationen gibt es nicht. Er starb am 2. August 2016 in der eigenen Badewanne. Die Todesursache wurde erst am 1. November bekannt gegeben: ein Unfall infolge von Einnahme einer Kombination verschiedener Mittel: Fentanyl, Cyclobenzaprine und Mitragynin. Quelle: http://heavy.com/news/2016/08/shawn-lucas-dnc-death-democratic-national-committee-lawsuit-fraud-bernie-hillary-clinton-process-server-seth-rich-murder-sanders/

Eine recht anschauliche Kette der Todesfälle. Der Hauptkonkurrent von Hillary Clinton bei den Vorwahlen der Demokraten, Bernie Sanders, wurde mithilfe von schmutzigen Tricks beiseite geräumt. Und noch weniger „sauber“ sah die Finanzierung der Wahlkampagne von Clinton aus. Angefangen hat es mit John Ashe. Er, der über die Finanzierungsmethoden der Wahlkampagne von Clinton Bescheid wusste, lässt eine Hantel auf seinen Hals „fallen“. Danach wird Seth Rich erschossen. Höchst wahrscheinlich übergab er das kompromittierende Material an WikiLeaks. Sofort nach dem Erscheinen dieses Materials und direkt vor der Tagung der Demokratischen Partei stirbt der prominente Parteimitglied Joe Montano. Dann stirbt der Journalist, Viktor Thorn, der über die rätselhaften Morde um die Clintons herum schrieb und sie untersuchte, durch einen Kopfschuss. Danach stirbt Shawn Lucas, der sich wegen der Betrügereien bei den Vorwahlen ans Gericht wandte.

Die für Clinton kompromittierende Information wurde veröffentlicht. Aber nach den ganzen Todesfällen gab es niemanden mehr, der sich zur Quelle hätte äußern können. Jetzt konnte man jeden beschuldigen, die Informationen der Demokratischen Partei der USA verraten zu haben, den man wollte. Es gibt davon nun genau so viele Zeugen wie von der Schlacht auf dem Peipussee. Also kann man auch eine eigene Version des Geschehenen präsentieren. Und das tat man auch. Schuld an allem waren die „russischen Hacker“. Nicht zufällig können keine Beweise vorgelegt werden. Die gibt es einfach nicht. Deshalb auch die „Geheimhaltung“ seitens der amerikanischen Geheimdienste von Berichten, welche die „russischen Hacker“ betreffen.

Die Erklärung der Ereignisse mit „russischen Spuren“, die aufgrund der Liquidierung einer Reihe von Personen ausgedacht wurde, versetzt auch Trump in eine unangenehme Lage.

Wenn er die „russischen Spuren“ anerkennt, dann stellt er sich selbst in die Position eines Siegers, den, wenn auch indirekt, der Kreml an die Macht brachte. Wenn er sie nicht anerkennt, bestätigt er die Wahrhaftigkeit von Wikileaks, und legt damit eine Bombe unter das GANZE politische System Amerikas. Als Präsident kann er beides nicht tun. In dieser Situation wählt Trump die Taktik des Weder-noch, weder zugeben, noch dementieren. […]

Trumps Gegner jedoch, haben sich nicht gescheut, eine Behauptung in die Welt zu setzen, welche die Legitimität der amerikanischen Wahlen infrage stellt und aus den USA eine Lachnummer macht. Was ist Amerika für eine Supermacht, wenn ein Land wie Russland, dessen Wirtschaft noch in Trümmern liegt, den Ausgang ihrer Wahlen entscheidend beeinflussen kann? Das andauernde Wiederholen der Geschichte über die „russischen Hacker“ durch westliche Massenmedien, stellt die Legitimität von Trumps Sieg infrage und schwächt damit das Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten. Ist dieser Preis nicht ein Bisschen zu hoch, nur um den Grad der Russophobie etwas anzuheben? Aber die Spielregeln im amerikanischen Establishment werden immer noch eingehalten. Denn gerade für Trump wäre es ausgesprochen günstig Clinton von oben bis unten mit Dreck zu bewerfen, indem er die Frage nach den rätselhaften Todesfällen aufwirft und somit die Geschichte von den „russischen Hackern“ widerlegt. Das aber würde den Glauben der Amerikaner und der ganzen Welt, an die ehrlichen Wahlen in den USA zerstören. Und für die Kreise, die hinter den Präsidentschaftskandidaten stehen, ist das nicht zulässig. Deswegen wird sich Trump keinesfalls in eine Richtung bewegen, die für ihn zwar komfortabel, für das System selbst jedoch zerstörerisch wäre.

Seine Gegner aber, haben aus irgendeinem Grund keine Angst davor. Warum? Weil es für sie um ein höheres Ziel geht. Sie wollen nicht Trump persönlich schwächen, sondern ihn als eine Verkörperung des neuen Kurses. Sie wollen ihm die Möglichkeit nehmen, die Industrie zurück nach Amerika zu verlegen und damit zu beginnen, die Luft aus dem gigantischen, durch nichts gedeckten Finanzsektor herauszulassen.

Darum geht es in diesem Kampf in Wirklichkeit. Die Globalisten haben den inneren Kampf verloren und versuchen nun die Situation zu nutzen, um Trump daran zu hindern, das zu tun, weswegen er an die Mach gebracht wurde.

Zum Abschluss noch einige Worte zu Trump:

  • Er ist kein „Revolutionär“, sondern ein Präsident seitens der Republikanischen Partei. Damit steht er in einer Reihe mit den beiden Bushs und Ronald Reagan, die sich nicht durch Russophilie und Weichheit auszeichneten.

  • Das Hauptziel der USA hat sich nicht verändert: die Vorherrschaft in der Welt zu behalten. Das Erreichen dieses Ziels mit anderen Mitteln, eröffnet für Russland jedoch einige Fenster, die es unter der Obama-Führung nicht gab.

  • Eine der Leitlinien der Trump-Politik, wird seine antichinesische Ausrichtung sein. Seine Freundschaftlichkeit in Richtung Russland und Härte gegenüber China wird lediglich ein taktischer Trick sein, um die engen Beziehungen zwischen Moskau und Peking zu zerreißen. Sich von dem neuen Kurs blenden zu lassen wäre also nicht nur schädlich, sondern lebensgefährlich. Denn, das wichtigste Ziel der Amerikaner ist das entfachen eines russisch-chinesischen Krieges; nach der Art des Ersten Weltkrieges, wo die Engländer Russland und Deutschland aufeinander stießen. Ihre zwei Konkurrenten. [Dazu verfasste Starikov einen eigenen Artikel]

Starikov (12.01.2017)

Quelle: https://nstarikov.ru/blog/73982

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