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Ramstein-Demo: Hatten die Amerikaner die Hände im Spiel?

14. Juni 2016
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– Norbert Fleischer –

20160610_160400Die Lage ist todernst, aber nicht hoffnungslos: Diesen Eindruck lässt die diesjährige Ramstein-Demo im Großen und Ganzen zurück. Denn mit den zahlreichen Veranstaltungen rund um dem 11. Juni legten die Organisatoren der Kampagne Stopp-Ramstein.eu der Öffentlichkeit den Beweis vor, dass das Thema imperialistischer Kriege und illegaler Drohnenmorde zunehmend von Interesse für Bevölkerung, Medien und Politik ist. Dies dürfte auch den US-Militärs auf der Air Base einige Sorgen bereiten.

Die Voraussetzungen für die Demo 2016 waren wahrhaftig nicht die besten gewesen: Das Friedenscamp, aus dem sich bereits im vergangenen Jahr ein Großteil der Demonstranten rekrutiert hatte, drohte kurz vor seinem Beginn buchstäblich ins Wasser zu fallen. Tage lang hatten heftige Regengüsse für Überschwemmungen in ganz Rheinland-Pfalz gesorgt – die Aussichten der Camper, ihre Zelte auf dem bereit gestellten Acker nur in hohen Gummistiefeln errichten zu können, waren nicht gerade verlockend.

Wenige Wochen vor dem geplanten Protest der Friedensaktivisten wurde zudem bekannt, dass die Bilderberg-Konferenz in diesem Jahr genau zur gleichen Zeit stattfinden sollte, allerdings genau am anderen Ende der Republik, 600 Kilometer von Ramstein entfernt. Vor allem aber stand zu befürchten, dass die auch noch parallel beginnende Fußball-Europameisterschaft zahlreiche potentielle Teilnehmer eher vor die Glotze, als auf die Straße ziehen würde. Ein Umstand, der den Organisatoren der Kampagne langfristig bekannt gewesen sein dürfte.

Umso erstaunlicher war es, dass sich selbst nach offiziellen Angaben bis zu 4.000 Demonstranten (2015: rund 1.500) an der Menschenkette beteiligten und auch die Informationsveranstaltungen mit jeweils mehreren Hundert Leuten bestens besucht waren. In der voll besetzten Kaiserslauterner Versöhnungskirche drängten sich die Zuhörer im Stehen dicht aneinander, um den Reden von Albrecht Müller und Willy Wimmer zu lauschen.

^88036D3A1CA259A8339E1CEA83015BD5701772CDE3F0E69611^pimgpsh_fullsize_distrDer erste Redner von beiden, Ex-Bundestagsabgeordneter Müller, ehemals SPD-Wahlkampfmanager für Willy Brandt, warnte vor einer akuten und höheren Kriegsgefahr als im Kalten Krieg: „Wir sind von Menschen und Medien umgeben, die am Krieg nichts Schlimmes finden.“ Die Dringlichkeit, sich aktiv für den Frieden einzusetzen, sei allein schon deshalb gestiegen, „weil Kriegstreiberei inzwischen hoffähig geworden ist“, sagte er mit Verweis auf den scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck: „Er hat das Schloss Bellevue genutzt um Stimmung zu machen für Kriegseinsätze.“ Als Sechsjähriger im Krieg habe er erleben müssen, wie der Himmel brannte – eine Erfahrung, die er auch heutzutage keinem Kind wünscht.

Willy Wimmer, von 1985 bis 1992 verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und Staatssekretär a. D. des Verteidigungsministeriums, pflichtete Müller in allen Punkten bei – und fügte hinzu. „In diesen Tagen stehen NATO-Panzer 150 Kilometer von der Stadtgrenze von Leningrad entfernt. In einer Zeit wie der heutigen NATO-Panzer vor die Tore einer Leid geprüften Stadt zu stationieren, ist das Perverseste, was man sich vorstellen kann! Wollen wir diesem Leid der Vergangenheit unendliches Leid für die Zukunft hinzufügen? Wir würden das Leben für unsere Kinder und Nachgeborenen unmöglich machen. Das muss verhindert werden“, forderte er unter tosendem Applaus.

oskarlZustimmenden Beifall erntete auch die Uraufführung des neuen NuoViso-Films „RAMSTEIN – DAS LETZTE GEFECHT“: Da der offizielle Veranstalter, die Initiative Stopp Ramstein, zum Unverständnis Vieler die Ankündigung der Premiere wenige Tage zuvor von der Webseite entfernt hatte, verwunderte es wenig, dass etwa ein Drittel der von der Initiative gebuchten Sitzplätze unbesetzt blieben. Dennoch nannte Filmautor Norbert Fleischer seine erste Kinouraufführung „einen vollen Erfolg“, angesichts reger Drohnen-Diskussion im Anschluss sowie hunderter DVD-Vorbestellungen im NuoViso-Shop.

Eine DVD durfte Oskar Lafontaine tags darauf mit nach hause nehmen. Ein Fan hatte sie extra für den Zweck gekauft, um sie dem Linke-Politiker bei seinem Auftritt vor dem Kaiserslauterner Hauptbahnhof in die Hand zu drücken und wärmstens zu empfehlen. Gewohnt kämpferisch trug Lafontaine vor rund 500 Zuhörern vor, dass der US-Präsident gleichzeitig Terrorist sei: „Terror ist die rechtswidrige Anwendung von Gewalt, um politische Ziele durchzusetzen. Nach dieser Definition sind alle US-Präsidenten der vergangenen Jahre Terroristen! Wir müssen uns endlich mal klar machen, dass das so ist!“ Man müsse sich klar machen, dass in den vergangenen Jahren weltweit Millionen Menschen wegen vom US-Imperium geführten Kriegen umgekommen seien.

^B5E751B6853E4BEAD1B2AA2871E991CA7F271428B67B80192F^pimgpsh_fullsize_distrEx-CIA-Analyst Ray McGovern, Hauptredner der Abschlusskundgebung in Ramstein, forderte seine Landsleute in Uniform von der Bühne aus auf, gegen ihre Generäle aufzubegehren: „Sie haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, unrechtmäßige Befehle nicht zu befolgen!“ Vor dem US-Kongress habe Papst Franziskus ein Jahr zuvor erklärt, die Kriegstreiber seien nichts anderes als vom Blut durchtränkte Waffenhändler. „Machen Sie sich klar, für wen Sie arbeiten“, forderte er vom Lkw aus die US-Soldaten auf: „Sie arbeiten für Blut durchtränkte Waffenhändler!“

Eine Tatsache, der sich so mancher Beamte in Deutschland offenbar nicht mehr zu verschließen vermag. Während im vergangenen Jahr die Polizei noch stark an den Ramstein-Demonstranten kritisierte, dass diese trotz Verbotes Hunde bei der Air Base mit sich führten, durften sich Vierbeiner in diesem Jahr sogar an einer Kette beteiligen, die für Menschen gedacht war. Zwischen 3000 und 4000 Personen beteiligten sich an der Aktion – diesmal bei reger Unterstützung durch die Polizei.

^B18D7E1D35B897EFA3F7043FFD460C1409B530B6DD90B6B258^pimgpsh_fullsize_distrDer Einsatzleiter der Demo, Polizeioberrat Thomas Baadte, lobte die „ausgesprochene Friedlichkeit“ der entschlossen „Stopp Ramstein“ rufenden Demonstranten. Im NuoViso-Interview bilanzierte er anschließend zufrieden: „Gemeinsam mit dem Veranstalter ist es uns dann auch gelungen, trotz des schlechten Wetters die Menschenkette zu schließen.“ Auch die Amerikaner hätten sich in die behördlichen Vorbereitungen für den 11. Juni eingebracht, da ihnen „das Demonstrationsrecht sehr wichtig“ gewesen sei.

Bei allen Lobesbekundungen wundert es also kaum, dass der Zutritt zu den letzten rund 300 Metern der Zufahrt bis zur Air Base auch in diesem Jahr für die Protestierenden gesperrt blieb. Die Demonstration fand daher wieder einmal nicht in Hör-, dafür aber in Sichtweite des Stützpunktes der US-Drohnenmörder statt – dies allerdings nur für Jene, die zufällig Ferngläser dabei hatten.

Ein exklusives Interview mit Ray McGovern sowie eine Videoreportage zur Demo veröffentlichen wir in Kürze hier auf unserer Webseite. NuoViso.TV – Mehr sehen, als anderswo!

 

Ramstein – Das letzte Gefecht

Die Dokumentation widmet sich dem komplizierten rechtlichen Status des Aufenthalts der Amerikaner in Deutschland. Für den Leipziger Journalisten Norbert Fleischer steht fest: Die Bundesregierung verstößt mit ihrem Wegschauen bei den völkerrechtswidrigen Drohenmorden gegen das Grundgesetz. In Ramstein und Umgebung sprach der Filmautor mit Anwohnern und Experten. Dabei machte er auch mit den US-Militärs Bekanntschaft, die versuchten seine Dreharbeiten vor Ort zu behindern.

Inhalt des Filmes

Die Lösung der Flüchtlingskrise wartet in Ramstein! Während ganz Europa von einer Flüchtlingskrise abgelenkt ist, in deren Folge immer mehr EU-Staaten politisch nach rechts rücken, bereitet sich die NATO mittels massiver Aufrüstung in Osteuropa offensichtlich auf einen Krieg gegen Russland vor. Und wie lief eigentlich noch mal genau der Machtwechsel in der Ukraine ab? Bundeskanzlerin Angela Merkel, die vor den Vereinten Nationen erklärt hat, die Fluchtursachen bekämpfen zu wollen, regiert mit dem EU-Türkei-Abkommen gefährlich an der erlebten Realität der Kriegsflüchtlinge vorbei. Denn die wahren Fluchtursachen schlummern, von der öffentlichen Meinung immer noch weitgehend unbeachtet, auf einem Luftwaffenstützpunkt der USA, im Südwesten der  Bundesrepublik Deutschland bei Ramstein-Miesenbach in Rheinland-Pfalz.

Hier setzt der spannende Dokumentationsfilm „RAMSTEIN – DAS LETZTE GEFECHT“ an, der von der Leipziger NuoViso Filmproduktion mit dem Zweck produziert wurde, die Rolle der Air Base und ihrer  Drohnen-Relaisstation im militärischen Gesamtkonzept der Vereinigten Staaten publikumswirksam zu  erklären und einzuordnen. Gedreht wurde 2015 und 2016, vor, während und nach der Demo der  Ramstein-Kampagne, in Ramstein-Miesenbach und Landstuhl, beim NATO-Kongress JAPCC in Essen  sowie am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Erklärtes Ziel der Dokumentation ist es, das Wegschauen von Bundesregierung und Justiz – bei den  grundgesetzwidrigen Drohnenmorden mit der Ramstein Air Base als Fluchtursache – gezielt in den Fokus der Mainstream-Meinung zu rücken. Zur Untermauerung bedient sich der Film bewusst ausschließlich öffentlich zugänglicher, größtenteils öffentlich-rechtlicher TV-Quellen und Bilder. Kritisch setzt sich der Film im Gegensatz dazu auch mit der aktuellen US-Kriegspropaganda auseinander.

Der bekannte Friedensaktivist und Jahrzehnte langer Kenner der US Air Base Ramstein, Wolfgang Jung aus Kaiserslautern, den das Team über Monate mit der Kamera begleitet hat, erklärt exklusiv auf einem Lageplan, welche Funktionen die einzelnen Bereiche der Air Base bei der Führung der US-geführten Kriege im Mittleren und Nahen Osten haben.

Über den Filmautor

Norbert Fleischer (Baujahr ’78), aufgewachsen in Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz), kennt sich gut mit der Anatomie der Mainstream-Meinung aus. Zu DDR-Zeiten Jung- und Thälmannpionier, erlebte er seine späte Kindheit und die Jugend unter den wechselhaften Eindrücken von Friedlicher Revolution, Wiedervereinigung, Irak- und Jugoslawienkriegen, was seine  friedenspolitische Einstellung sehr geprägt hat. An der Hochschule Mittweida studierte er von 1998 bis 2004 Medienmanagement. Seit Studienbeginn als Freier Journalist tätig, arbeitete er von Anfang 2005 bis Ende 2011 als Journalist und Redakteur für die Chemnitzer- und die Dresdner Morgenpost, BILD Dresden, und diente weiterhin als Themen- und Materialzulieferer für MDR, zdf, RTL und weitere Medien. Heute lebt und arbeitet er freiberuflich als Journalist in Leipzig.

 

Was du uns gibst & was du bekommst

NuoViso braucht weiter Deine Unterstützung! Im Interesse von Transparenz bei den Produktionsumständen, unter denen „RAMSTEIN – DAS LETZTE GEFECHT“ entstanden ist, bilanzieren wir hier an dieser Stelle das Finanzielle, chronologisch geordnet:

  1. Die Crowdfunding-Kampagne für den Film, der ursprünglich völlig anders, und mit den Titel „Kriegsversprechen III – Das letzte Gefecht“, konzipiert war, verlief für uns schlecht: Bei den angestrebten 18.000 Euro Budget erhielt die Kampagne von 74 dankenswerten Unterstützern genau 2510,00 Euro. Da wir aber, wie so oft, schon in Vorleistung gegangen waren und einen großen Teil auch bereits produziert hatten, entschied sich NuoViso, den inhaltlichen Fokus deutlich mehr in Richtung Ramstein-Miesenbach zu verschieben, und zwar mit dem ebenfalls geänderten Filmtitel „RAMSTEIN – DAS LETZTE GEFECHT“
  2. NuoViso Filmproduktion startet daher auf indiegogo.com diese Refinanzierungs-Kampagne. Ziel ist: Die restlichen, uns immer noch bis zur Schwarzen Null fehlenden 15.490,00 Euro herein zu bekommen – damit wir uns ohne finanzielle Not und Sorge dem nächsten Filmprojekt widmen können.
  3. Sobald die Refinanzierung mit dem Ziel der von NuoViso investierten 18.000 Euro 100% erreicht hat, veröffentlichen wir den 96-minütigen Film im Internet, auf unserem Kanal NuoViso.TV bei youtube – gratis, für Alle!
  4. Wird das Spendenziel nicht erreicht, werden wir den Film dennoch in diesem Jahr im Internet veröffentlichen. In dem Fall dürfte aber der nächste Film einige Monate länger auf sich warten lassen.
  5. Wird das Spendenziel erreicht, besteht dennoch die Möglichkeit weiterhin zu spenden und NuoViso beim nächsten Filmprojekt von vornherein zu unterstützen.

Hilf uns dabei, die ungeschönte Wahrheit über die Air Base, und ihrer vielen weiteren Bedrohungsaspekte, in der gesamten Bundesrepublik zu verbreiten!

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