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Pressemitteilung in eigener Sache zum Artikel der „taz“ vom 12. Juni 2017 – Eklat bei der Verleihung des Alternativen Medienpreises

13. Juni 2017
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Pressemitteilung in eigener Sache NuoViso Filmproduktion

Mit großem Befremden stellen wir fest, dass erneut eine Hetzjagd gegen NuoViso und seiner Mitarbeiter im Gange ist, die aufgrund ihrer zeitlichen Platzierung in den Medien sowie durch die falsche Darstellung einer unterstellten, politisch rechten Gesinnung dazu geeignet ist, das diesjährige Sommerloch mit einem Schadenfreude generierenden Sommertheater zu erfüllen.

Im Kern geht es um einen „Eklat beim Alternativen Medienpreis“, so betitelt in der „taz“ vom 12. Juni 2017. Der Artikel unterstellt dem Autor der NuoViso Filmproduktion „RAMSTEIN – DAS LETZTE GEFECHT“, Norbert Fleischer, eine rechte Gesinnung, die der Autor weit von sich weist. Im folgenden gehen wir detailliert auf die „Vorwürfe“ ein, die mit der Veröffentlichung in der „taz“ ein bundesweites Publikum erreicht haben.

Was war passiert?

Am 2. Juni 2017 verliehen honorige Dozenten und Hochschulprofessoren, tätig bei der Nürnberger Medienakademie e. V., im Bereich Medien und Journalismus dem Leipziger Journalisten Norbert Fleischer für seinen o. g. Film den Alternativen Medienpreis, in der Kategorie „Macht“. Die Laudatio der Juroren schwärmte noch in den höchsten Tönen vom Erstlingswerk Fleischers:

„Norbert Fleischer kombiniert die hintergründige Berichterstattung über den tödlichen Drohneneinsatz mit anderen Aspekten des Kriegshandwerks, zum Beispiel den Bunkern für Atomwaffen, die es in Ramstein ja auch noch gibt.

Er fragt nach der Verantwortung der Bundesregierung und zeigt Regierungssprecher Steffen Seibert bei der Beantwortung dieser Frage als menschliche Verschlusssache. Dabei wird klar, dass Ramstein zum festen Baumbestand in Angela Merkels Zauderwald gehört, und in welch weitreichender Weise die Taktik der Bundesregierung, das Ramstein – Problem durch Ignorieren und Aussitzen zu erledigen, völkerrechtliche und moralische Standards verletzt.

Die Ramstein – Problematik ist ein schwieriges Thema. Journalisten, die das völkerrechtswidrige Töten von Menschen durch Drohnen thematisieren und dabei auch die Duldung durch die Bundesregierung ansprechen, laufen Gefahr, zum Sicherheitsrisiko für diesen Staat erklärt zu werden. Noch trauen sich einige wenige Journalisten, dies zu tun. Bei den Tageszeitungen findet man diese Kollegen oft nicht mehr. Journalisten, die bei Nachrichten – Magazinen arbeiten, sind nur noch vage mutig und haben den Biss früherer Zeiten schon längst verloren. Den größten Restbestand an furchtlosen Journalisten finden wir derzeit noch in öffentlich-rechtlichen Funkhäusern.

Deshalb ist es so wichtig, dass Themen, wie sie Norbert Fleischer mit seiner Dokumentation „Ramstein – das letzte Gefecht“ aufgenommen hat, auf einer möglichst breiten zivilgesellschaftlichen Basis in den öffentlichen Diskurs eingebracht werden. Genau das ist ein Fall für den Alternativen Medienpreis.“

(Aus der Laudatio des Alternativen Medienpreises)

 

Der „Eklat“, auf den die „taz“ anspielt, bestand nun darin, dass ein weiterer Preisträger, in der Kategorie „Geschichte“, nämlich das Team des Multimediaprojektes „Kein Raum für Rechts“, um die mit dem taz-Autor bekannte Buchautorin Andrea Röpke, nicht zur Preisverleihung anreiste. Dies begründete das dreiköpfige Team mit der Aussage, man wolle nicht „mit einem Vertreter von NuoViso TV“ zusammen „auf einer Bühne stehen“. Die Mit-Veranstalterin, Frau Prof. Gabriele Hoofacker, erklärte dem versammelten Publikum: „Die Macher von diesem sehr schönen Projekt ‚Kein Raum für Rechts‘ haben uns relativ kurzfristig, also ich habe es eine Dreiviertelstunde vor dieser Veranstaltung erfahren, eine Absage geschickt. Sie kommen nicht, mit der Begründung, dass es einen anderen Preisträger gibt, der ihnen nicht gefällt.“ (Prof. Gabriele Hoofacker bei der Preisverleihung)

Die von ihr vorgelesene Absage des Teams hörte sich folgendermaßen pauschal verurteilend an:

„Wir kritisieren die Entscheidung der Jury und können die Auszeichnung eines Redakteurs von NuoViso TV nicht nachvollziehen. NuoViso TV verbreitet verschwörungstheoretische Theorien und bietet Personen der rechten Szene eine Plattform. Wir halten dagegen: Kein Raum für Rechts – auch nicht beim Alternativen Medienpreis. Wir hoffen, dass der Alternative Medienpreis auf unsere Kritik reagieren wird.“

Nach dem Eindruck des Journalisten Fleischer erwartete das preisgekrönte Team um die Journalistin Andrea Röpke offenbar, dass die Verleiher des Preises die Auszeichnung seines Films zurückzögen.

In ihrer Preisverleihung an den Autor des NuoViso-Films ließen sich die Juroren jedoch nicht von diesen pauschalen, unbelegten Vorwürfen beeindrucken. Hauptredner Peter Lokk, zugleich Geschäftsführer der Münchner Journalistenakademie und Dozent an einer Nürnberger Hochschule, außerdem ausgewiesener Experte für rechtsextreme Aktivitäten im Internet mit Jahrzehnte langer Erfahrung (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Lokk#Ver.C3.B6ffentlichungen), erklärte direkt nach der Verlesung der Absage-Email:

Journalist Norbert Fleischer und Peter Lokk (v.li.) bei der Preisverleihung

Ich finde, dieser Beitrag ‚Kein Raum für Rechts‘ ist absolut preiswürdig. Ich bin auch der Meinung, dass der Beitrag Ramstein genau so preiswürdig ist – und ich hätte mir einfach gewünscht, dass die Kollegen heute gekommen wären. (…) Die Jury hat meiner Meinung nach gute Arbeit geleistet, denn ich habe den Film ‚Ramstein‘ selbst gesehen und ich halte ihn für gelungen.“ (Peter Lokk bei der Preisverleihung)

Für die Juroren war die Angelegenheit damit erledigt. Nicht aber für die Preisträger*Innen von „Kein Raum für Rechts“, die sich mit der Entscheidung der Jury für eine Auszeichnung der NuoViso Filmproduktion über Ramstein nicht abfinden wollten.

In einem nachgeschobenen Offenen Brief vom 5. Juni 2017 schob das Team um Andrea Röpke weitere unbelegte Vorwürfe nach:

„Über „NuoVisoTV“ und ihm nahestehende Medien wird sozialer Unfrieden,Hass und Demagogie verbreitet. Norbert Fleischer ist als Redakteur Teil davon und mitverantwortlich. Ziel dieser Szene ist es, Akzeptanz zu gewinnen, wir möchten dem keinen Vorschub leisten.“

In einer ausführlichen Replik auf den Offenen Brief nahm Filmautor Norbert Fleischer zu den Vorwürfen Stellung

„Ich bitte die Verfasser des offenen Briefes herzlich, mit konkreten Beispielen und Quellenangaben ihre Verschwörungstheorie zu begründen, es handele sich bei NuoViso um Vertreter der rechten „Szene“, deren Ziel es sei „Akzeptanz zu gewinnen“. Zudem bitte ich das Team von Kein-Raum-fuer-Rechts.de um einen Interviewtermin, nicht anlässlich ihres offenen Briefes, sondern ausschließlich wegen ihrer hervorragenden, preisgekrönten Arbeit, zu deren Verbreitung NuoViso sehr gern durch eine geneigte Berichterstattung beitragen würde.“ (Norbert Fleischer, 6. Juni 2017)

Eine konkrete Reaktion des Teams von „Kein Raum für Rechts“ blieb zwar aus, dafür legte nun der Frau Andrea Röpke und der Antifa nahestehende linke Hobby-Blog „Nazistop Nürnberg“ nach, auf den sich der anfangs genannte Artikel der taz später unkritisch bezog.

In diesem Beitrag von „Nazistop Nürnberg“ werden folgende wahrheitswidrige Behauptungen aufgestellt:

„1. Das Internetportal NuoViso ermöglicht die Betrachtung mehrerer Filme, die 2014 enthusiastisch Partei für die mittlerweile weitgehend in der Versenkung verschwundenen „Mahnwachen für den Frieden“ (auch Friedensbewegung 2.0 genannt) ergriffen. In diesem Rahmen wurden Vertreter verschiedener rechtsgerichteter Strömungen porträtiert und interviewt (z.B. Partei der Vernunft, Jürgen Elsässer). Zu Wort kommen bei NuoViso auch Leute wie Christoph Hörstel (rechtsgerichtete Partei „Deutsche Mitte“), Eva Herman („Gender-Gaga, Propaganda-Presse, Völker-Flucht: Die Destabilisierung Deutschlands hat Programm“) oder Gerhard Wisnewski („Migrationswaffe und Einschüchterung durch die Politik“). Die umfangreiche krude-esoterische Sparte des Nuo-Viso-Portals zu umreißen, würde den Rahmen sprengen. Insgesamt haben wir es trotz gelegentlicher fortschrittlicher Einsprengsel mit einer meist rechtsgerichteten, nationalistischen, rückwärtsgewandten Reaktion auf gesellschaftliche Umbrüche zu tun.“

Diese verkürzte Darstellung entspricht nicht den Tatsachen. Richtig ist, dass NuoViso, im Gegensatz zum größten Teil des Antifa-Lagers, die „Friedensbewegung 2.0“ von Beginn an als ernstzunehmende Bürgerbewegung identifiziert hat, deren Ziele ausschließlich darin bestehen, eine weitere Konfrontation des Westens mit Russland zu verhindern und Abrüstung, statt Aufrüstung, zu betreiben. Um diese Ziele auf einer möglichst breiten zivilgesellschaftlichen Basis in den öffentlichen Diskurs einzubringen, berichtete NuoViso zielgerichtet über solche Protagonisten der Szene, die der Öffentlichkeit bereits durch ihre teils Jahrzehnte lange journalistische Tätigkeit bei den Mainstream-Medien bekannt und dadurch als indirekte Multiplikatoren geeignet waren: Zu Wort kam dabei u. a. auch Jürgen Elsässer, zu einer Zeit, als dieser ehemalige Redakteur der „Jungen Welt“ noch immer als völlig unverdächtiger Linker galt, lange vor Beginn der sogenannten Flüchtlingskrise. Außerdem der damals als nicht-rechts bekannte Medienmacher Christoph Hörstel (Ex-ARD-Korrespondent), Eva Herman (Ex-ARD-Tagesschau-Sprecherin) und Gerhard Wisnewski (Ex-Mitarbeiter als Journalist beim WDR). Über all diese Personen berichteten und berichten auch die Mainstream-Medien, demnach boten auch sie den oben Genannten in diesem Sinne eine Plattform, allerdings, ohne, dass etwa „Nazistop Nürnberg“ ihnen deswegen eine rechte Gesinnung unterstellt hätte.

In Punkt zwei des Beitrags von „Nazistop Nürnberg“ heißt es:

„2. Der Filmautor Norbert Fleischer, (…) verbreitet neben völlig richtiger Kritik an der miesen Behandlung von Erwerbslosen und an der Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich auch selbstsame Thesen, zumindest für einen Linken. So sei „die Einführung des Euro und die falsche Geldpolitik der Europäischen Zentralbank“ verantwortlich für „die Wirtschaftskrise“. (…).“

Auch diese Behauptung, die eine aus rechten Kreisen bekannte und beim Autor nicht vorhandene Ablehnung des Euro unterstellt, ist falsch. Was die Verfasser als „seltsame Thesen“ bezeichnen, gründet sich auf eine Aussage des Autors Fleischer aus einem Interview mit „Rubikon“ (https://www.rubikon.news/artikel/mutti-auf-ewig), in dem bei der entsprechenden Passage auf die Quelle der Information direkt verlinkt wurde. Aus diesem Beitrag des Deutschlandfunks geht jedoch hervor, dass nicht Norbert Fleischer, sondern der Volkswirt Karl Brenke, vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, diese Aussage ursprünglich getätigt hat. „Nazistop Nürnberg“ hätte dieser Quelle nachgehen können, anstatt nur an der Oberfläche des vollständig mit Quellen belegten Interviews kratzend nach solchen Aussagen Ausschau zu halten, die sich irgendwie als rechts-gewandt aussehend auslegen lassen.

Weiter heißt es:

„In einem achtminütigen NuoViso-Film mit dem Titel „‘Monument‘ in Dresden: Ende einer misslungenen PR-Aktion“ (2017) geht es um die vor Ort und aus dem extrem rechten Spektrum viel kritisierte BusSkulptur in Dresden und „über den zugegebenermaßen gelungenen Wurf einer Aktivistengruppe“ gegen diese Kunstaktion. Bei besagter Aktivistengruppe handelte es sich um einen örtlichen Ableger der extrem rechten Identitären Bewegung, deren Aktion gegen die Bus-Skulptur wohlwollend dokumentiert wird – teilweise unter Verwendung von Propaganda-Filmschnipseln der Identitären selbst. Der in dem Beitrag als „NuoVisoRedakteur“ auftretende Norbert Fleischer kommentiert süffisant und unkritisch den rechten Propagandaerfolg.“

Die Umschreibung gibt den Inhalt des o. g. Beitrags vollkommen falsch wieder. Richtig ist, dass der Beitrag “ ‚Monument‘ “ in Dresden: Ende einer misslungenen PR-Aktion“ eben nicht die Aktion der „Identitären Bewegung“ „wohlwollend dokumentiert“, sondern sich rein chronologisch dem Versagen der Dresdner Stadtverwaltung und ihres Oberbürgermeisters Dirk Hilbert widmet, die durch ihre schlampige Recherche im Vorfeld der Errichtung des Mahnmals einen Propagandaerfolg der als rechts geltenden Bewegung überhaupt erst möglich gemacht haben. Der Beitrag kritisiert damit ausdrücklich das Unvermögen der Landeshauptstadt Dresden, der „Pegida“-Bewegung ein wirksames Mittel entgegen zu setzen. Wir stellen zudem fest, dass die Stadtverwaltung durch das äußerst in der Dresdner Bevölkerung umstrittene Aufstellen der drei Schrottbusse ausdrücklich mit dem Ziel durchgeführt hat, ein politisches Zeichen gegen Rechts zu setzen. Vor diesem Hintergrund ist die Aufschrift des Banners der als rechts geltenden „Identitären“, mit dem Wortlaut „Eure Politik ist Schrott“ nicht einmal sachlich falsch. Dieser unerfreuliche Propagandaerfolg der „Identitären“ hätte sich jedoch mühelos vermeiden lassen, wenn die Stadt zuvor gründlich gearbeitet hätte.

Eine zusätzliche, ausdrückliche Bewertung der „Identitären“-Gruppe als „extrem rechte“ Bewegung war weder Gegenstand, noch Zweck des Beitrags vom 3. April 2017. Der Redakteur Norbert Fleischer, der in dieser Stadt selbst als Polizeireporter gearbeitet hat und sowohl die Herkunft als auch die Befindlichkeiten der zutiefst gespaltenen beiden Lager in der Bevölkerung kennt, wollte mit seinem Beitrag über genau diesen Aspekt des Versagens der Stadt informieren, über den in den Mainstream-Medien nicht kritisch berichtet worden war. Dafür aber berichteten öffentlich-rechtliche Medien, auch unter Verwendung des „Propaganda“-Materials, ausführlich über die Aktion der „Identitären“.

Im dritten Absatz, der den Film „RAMSTEIN – DAS LETZTE GEFECHT“ kritisiert, maßt sich der Hobby-Blog „Nazistop Nürnberg“ an, besser als die Hochschuldozenten für Journalismus, von der Medienakademie Nürnberg e. V., beurteilen zu können, ob der Film von einer „inhaltlichen Schräglage“ geprägt sei:

„3. (…) Die völlig richtige scharfe Kritik am USamerikanischen bzw. NATO- „Krieg gegen den Terror“ wird konterkariert durch die einseitige und letzten Endes undifferenzierte Sichtweise auf weltpolitische Konfliktlagen. Da gibt es die böse Politik der USA, das unterwürfige bzw. mitmachende Deutschland und das als Opfer dargestellte Russland. Russische staatsnahe Medien wie RT Deutsch oder RT Ruptly, die noch vor einiger Zeit wirre Berichte über den angeblichen Niedergang Deutschlands infolge der Flüchtlingsbewegung 2015 sendeten und mit rassistischen Bewegungen à la Pegida sympathisierten, werden nicht selten in Wort und Bild zitiert.“

Was der Blog „Nazistop Nürnberg“ damit mit dem Begriff einer „undifferenzierten Sichtweise“ ausdrückt, ist nichts anderes als eine reine, anderslautende Meinungsbekundung, die mit keinerlei argumentativ vorgetragenen Fakten unterfüttert ist. Anstatt sich prüfend mit dem Inhalt der im Film zitierten Quellen auseinander zu setzen, wie es professionelle Journalisten wie der Filmautor oder die von RT getan haben, degradiert „Nazistop Nürnberg“ die Medien aus dem russischen Einflussbereich oberflächlich bis chauvinistisch als nicht glaubwürdig herab, nur, weil es sich um „staatsnahe Medien“ handelt. Filmautor Norbert Fleischer teilt grundsätzlich die von der Spitzenkandidatin der Linken, Sahra Wagenknecht, andernorts geäußerte Forderung, man solle sich darauf beschränken, zu prüfen, ob eine Information wahr ist oder falsch, und nicht darauf, ob Andere oder gar das verfeindete Lager die Information einmal verbreitet hätten. In diesem Sinne lehnt es NuoViso auch ab, seine Mitarbeiter zum ausschließlichen Atmen von Methan zu verpflichten, nur weil Neonazis bekanntermaßen Sauerstoff atmen würden.

Weiter heißt es in Absatz 3: „Die relativ holzschnittartige Darstellung der weltpolitischen Gemengelage und der Fluchtursachen wird ergänzt durch längere und etwas langweilige Betrachtungen über staatliche Hoheitsgebiete (wo in Ramstein hören die USA auf und fängt „deutsches“ Staatsgebiet an). Gegen Ende des Films wird in einer grafischen Darstellung suggeriert, die BRD sei immer noch ein besetztes Land. Diese Sichtweise dürfte Leuten aus der Reichsbürgerszene hervorragend passen.“

Die Verfasser*Innen ignorieren oder leugnen wissentlich die zentrale, vom Filmautor lückenlos mit textlichen Quellen belegte und von zwei höchstrangigen Vertretern der „International Association of Lawyers Against Nuclear Arms“ (IALANA) gegen Ende des Films geäußerte Tatsache, dass „das Besatzungsrecht aus den 50er Jahren fortgeschrieben wird. Und die Amerikaner begreifen dieses Besatzungsrecht nach wie vor so, wie es damals gedacht war.“ (Dr. jur. Peter Becker, Co-President von IALANA). Rechtsanwalt Otto Jäckel, der Vorsitzender der deutschen Sektion der IALANA ist, erklärt die komplizierte rechtliche Situation (ab Minute 1:25:04) damit, dass die Souveränität Deutschlands zwar mit Unterzeichnung des Zwei-Plus-Vier-Vertrags von 1990 wiederhergestellt, die Gültigkeit des Besatzungsrechts aber im Nachgang durch diplomatischen Notenwechsel mit den Amerikanern unbefristet verlängert worden sei. Alle für diese Information relevanten Texte sind werden während der Erklärung im Film eingeblendet. Der Blog „Nazistop Nürnberg“ mag diesen Inhalt mit seinem fraglos intellektuellen Anspruch vielleicht als „langweilige Betrachtungen über staatliche Hoheitsgebiete“ empfunden haben, setzt aber dem berichteten Inhalt keine inhaltliche Korrektur oder Andersdarstellung entgegen, sondern reduziert die Glaubwürdigkeit der Information auf den rein despektierlich reduzierenden Hinweis, dies „dürfte Leuten aus der Reichsbürgerszene hervorragend passen“ – wieder, ohne sich direkt mit der Nachricht selbst auseinander gesetzt zu haben, dafür aber, wieder, mit Verweis darauf dass Andere vom anderen politischen Lager dies auch schon mal ähnlich irgendwo geäußert hätten.

Weiter den Inhalt ignorierend und stattdessen zuvörderst die Quelle als unseriös kritisierend beschweren sich die Verfasser*Innen zuletzt:

„Die Glaubwürdigkeit eines Films beruht unter anderem auf der Glaubwürdigkeit seiner Quellen. Aber was soll man von einer rechtsgerichteten Quelle wie „Reconquista Germania“4 halten, die irgendwo zwischen Pegida, Identitären und AfD changiert? Nicht unerwähnt bleiben soll schließlich der Song „Wir können hier was bewegen“ im Abspann des Films. Die Musiker Jan Strobel und Anna Sophia Sasek entstammen offensichtlich auch der einschlägigen Szene und dudeln durch rechtsesoterische Internetportale sowie die Schweizer „Anti-Zensur-Konferenz“.“

Diese Kritik ignoriert Tatsachen und kreiert inhaltlich falsche Assoziationen. Es trifft zu, dass der Autor von dem als Quellennummer 80 angegebenen Youtubekanal „Reconquista Germania“ das ausschließlich an dieser einen Stelle zu hörende Material verwendet hat. Hierbei handelt es sich jedoch keineswegs um Material rechten Inhaltes, sondern um nichts anderes als die im Film korrekt als „Übersetzung“ gekennzeichnete, vom Autor auf seine Korrektheit hin überprüfte deutschsprachige Wiedergabe eines tatsächlich stattgefundenen und abgehörten Telefonates zwischen Victoria Nuland (US-Außenministerium) und ihrem Botschafter Geoffrey Pyatt (US-Botschafter in der Ukraine). Dieses Telefonat ist durch Victoria Nulands brisante Äußerung „Fuck the EU“ weltberühmt geworden und wurde auch durch sämtliche öffentlich-rechtliche und Mainstream-Medien in genau dieser oder ähnlicher Übersetzung veröffentlicht. Ebenfalls diesem Youtube-Video entnommen ist der zuvor als geheim gegoltene, aber als bestätigt einzustufende Mitschnitt des Telefonats zwischen der EU-Außenbeauftragten Helga Schmid und dem Ukraine-Botschafter der EU, Jan Tombinski. Die kurzfristige Entscheidung, „Reconquista Germania“ als genannte Quelle zu verwenden, erfolgte nicht, weil es sich dabei um einen äußerst rechts angesiedelten Youtubekanal handelt, sondern, weil der Text inhaltlich richtig übersetzt und korrekt sowie in geeigneter Weise eingesprochen war, außerdem das unverfremdete Telefonat auf Deutsch vorlag, so dass für diesen Teil des Films nicht extra ein zusätzlich rund 100 Euro teurer Sprecher engagiert werden musste. Das vollständige für das Zitat verwendete Youtube-Video lässt sich hier abrufen.

Die Nürnberger Medienakademie war seit der Bewerbung um den Preis durch den Autor schriftlich davon informiert, dass es sich bei dem Werk um ein sehr preiswertes, mit gerade einmal 3500 Euro an Spendeneinnahmen realisiertes Medienprodukt handelte. Dazu erklärt der Film-Autor Norbert Fleischer: „Mein Studiengang hieß damals Medienmanagement. Er enthielt nicht nur eine journalistische Ausbildung, sondern auch Kenntnisse darüber, wie man ein Medienprodukt so designt, dass es erfolgreich ist. Angesichts der zur Verfügung stehenden Produktionsmittel und der jenseits der 200.000 Klicks umfassenden Verbreitung auf allen fünf Kontinenten sowie dem aktuell bundesweiten Medienecho muss ich wohl annehmen, dass es sich um ein erfolgreiches Medienprodukt handelt, mit dessen Einschlag in der öffentlichen Wahrnehmung ich sehr zufrieden sein kann, als freier Mitarbeiter eines echten, alternativen Mediums. Gern hätte ich, wie andere der ausgezeichneten Preisträger 2017, auch professionelle Hilfestellung und finanzielle Mittel aus öffentlichen Quellen erhalten, wie die meisten der anderen Einsendungen, die bis auf wenige Beispiele nicht aus alternativen, sondern aus Mainstream-Medien stammten. Mit dem aktuellen Erfolg in der Tasche können wir uns beim nächsten Mal vielleicht auch einen professionellen Abspann-Song leisten.“

In großer Dankbarkeit darüber, dass es den aus Spenden finanzierten Alternativen Medienpreis überhaupt gibt, der ehrenamtlich organisiert und durchgeführt wird und sich dem Vernehmen nach an alternative Medien richtet, drückt die NuoViso Filmproduktion ihr ausdrückliches Bedauern darüber aus, dass die Organisatoren von der Nürnberger Medienakademie e. V. nun offenbar unter dem großen, aber inhaltlich substanzlosen Druck von extrem linker Seite eingeknickt sind und sich im zu anfangs zitierten Artikel der „Taz“ ohne Not oder Grund reumütig über ihre vollkommen fachlich einwandfreie Preisentscheidung zeigen.

Der Artikel der im politisch links-grünen Spektrum angesiedelten „Tageszeitung“, wurde von einem Autor verfasst, der nach Angaben dieser Zeitung als Mit-Autor eines gemeinsamen Buches zumindest ein guter Bekannter von Frau Andrea Röpke sein muss (http://www.taz.de/Andreas-Speit/!a226/). Jener Andrea Röpke, auf die der in der „taz“ hochstilisierte „Eklat“ neben zwei weiteren Ausgezeichneten überhaupt zurückgeht, da sie diejenige war, die den Preis abgelehnt hat.

Inhaltlich auf dem Text der Hobby-Webseite der Initiative „Nazistop Nürnberg“ beruhend, deren Vorwürfe sich bei o. g. Betrachtung allesamt als oberflächlich bis schlimmstenfalls chauvinistisch erweisen, bietet die „taz“ Frau Andrea Röpke darin ein Forum zur Verbreitung ihrer ebenfalls nicht näher mit Fakten unterfütterten Vorurteilshaltung. Kritisiert wird schließlich die kostenfrei der NuoViso Filmproduktion zur Verfügung gestellte Abspannmusik der Schweizer Künstlerin Anna-Sophia Sasek, die trotz ihrer Herkunft, unter Zeitdruck und mangels Alternativen herzlich dankend angenommen wurde.

„Dem Hobby-Blog nehme ich ja seine naive Sichtweise nicht einmal übel“, erklärt Autor Norbert Fleischer. „Aber dass die ‚taz‘ mich als den direkt kritisierten Filmautor nicht einmal um eine kurze Stellungnahme gebeten hat, zu Vorwürfen, die auf dem Arbeitsmarkt existenzbedrohend sein können, muss man wirklich als unprofessionell bezeichnen. Ich bin sehr betroffen darüber, dass so ein offensichtlich tendenziöser Artikel, der jegliche direkte Auseinandersetzung mit den Inhalten beharrlich verweigert, heutzutage gut genug ist, um in einer linken Tageszeitung abgedruckt zu werden. Selbst mein ehemaliger Chef bei der BILD-Zeitung hätte mir so ein Pamphlet zu Recht um die Ohren gehauen.“

Eine Sache gibt Norbert Fleischer allerdings zu denken: „Die ‚taz‘ hat es für nötig befunden, zu erwähnen, dass ich (mangels freier NuoViso-Mitarbeiter) mit meinem Zwillingsbruder zur Preisverleihung angereist bin, der als „umstrittener Ufologe“ bezeichnet wird. Nun ist das für die weitere Bekanntmachung des von weit linker Seite eingerührten „Eklats“ um meinen Film zwar ein sehr nützlicher Aspekt in der aktuellen Berichterstattung – allerdings erinnern mich Methoden wie die hier vorliegende „Sippenhaft“ allzu sehr an finsterste Zeiten in Deutschland, in denen noch die echten Nazis das Sagen hatten, und eben nicht die linken Tageszeitungen.


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