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Malte, ARTE und bisschen Hokuspokus

9. April 2010
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Nach dem Schema: Welcher Idiot passt in unser Konzept produziert man Fernsehbeiträge.

So war es wohl auch, als sich die ARTE Redaktion der Sendung „Yourope“ darüber Gedanken machte, wie sie am Sonntag den 25. April um 17.45 Uhr ihre Sendung füllt.

ABERGLAUBE IM INTERNET sollte das Thema dann heißen für das 30-Minuten Format. Mit dieser Entscheidung ist die Arbeit für ARTE dann auch schon erledigt, denn solche Beiträge produziert man nicht mehr selber. Die Öffentlich-Rechtlichen haben schließlich auch schonmal was von „outsourcing“ gehört. Deswegen engagierte man in diesem Falle die Produktionsfirma Kobald-tv damit, einen Beitrag mit gewünschten Thema zu liefern.

Wie stellt man das nun an, wenn man Malte Fischer ist, der jetzt aus diesem Thema innerhalb von wenigen Tagen einen Beitrag schustern soll? Ganz einfach. Erstmal googlen. Aber wonach eigentlich?

Was auch immer Malte Fischer gegoogelt haben mag bei seiner Recherche, er landete bei Exopolitik und richtete eine Interviewanfrage an den Koordinator Robert Fleischer:

„Meine Hauptfragen wären: Welche Rolle spielt das Internet für Forscher, Gruppen, Aktivisten, die sich mit so genannten paranormalen Bereichen beschäftigen? Welche Rolle spielt es konkret für Ihre Bürgerinitiative? Gibt es durch das Internet eine zunehmende Vernetzung und ein Mehr an Informationsaustausch sowie einfacheren bzw. schnelleren Zugang zu bestimmten Dokumenten, Akten? Warum behandeln die „traditionellen“ Medien (Fernsehen, Zeitungen) diese Themen ihrer Meinung nach nicht sachgemäß oder hinreichend? Was ist beim Internet anders? Wie unterscheide ich als Laie und Internet-User seriöse und unseriöse Websites/Anbieter?

Darüber hinaus würde ich Sie im Interview bitten, kurz die Arbeit ihrer Organisation zu beschreiben, ihre inhaltlichen Schwerpunkte, Forderungen und aktuelle Projekte.

Wir würden bei Ihnen im Studio drehen, gerne auch mit Kollegen, ihre Website abfilmen sowie alles, was Sie uns an Material zur Verfügung stellen können (Regierungsakten, Fotos, Pressekonferenzen etc.).“

Wie immer musste alles ganz schnell gehen. Der Dreh, am besten gleich übermorgen, früh um 9 Uhr. „Lassen sie mich bitte nicht im Regen stehen! Jetzt haben Sie mich mit ihren ganzen Infos schon ganz neugierig gemacht“, flehte Malte Fischer.

Natürlich lässt man den charismatischen Malte Ficher nicht im Regen stehen. Man hat ja früher selbst mal in der Branche gearbeitet und weiß doch die Kooperation eines Protagonisten sehr zu schätzen.

Am Überzeugensten jedoch war ein Versprechen von Malte Fischer:

Ich verspreche, dass ich mich an Absprachen halte und nicht vorhabe, Sie in irgendeiner Weise vorzuführen.

Denn DAS war unsere einzige Bedingung dafür, dass wir ansonsten völlig kostenlos mitwirken würden und zusätzlich wertvolles Exklusivmaterial beizusteuern versprachen, um dem Beitrag aufzuwerten. Um eine seriöse Berichterstattung über exopolitische Aktivitäten sollte es im weitesten Sinne gehen.

Das eigentliche Thema „Aberglaube im Internet“ verriet uns Malte Fischer natürlich nicht. Und so geschah es nun, dass Robert Fleischer und ich in der Yourope Sendung am 25. April unsere Rolle spielten.

Eigentlich kommen wir gar nicht so übel weg. Dafür kennen wir die Methoden der Fernsehmacher zu gut, um zu wissen, was man denen besser nicht liefert. Man konnte uns nur positiv darstellen, weil das eben der Eindruck war – selbst für Mainstreamjournalisten.

Malte Fischer hat sich nach dem Dreh in unserem Studio sicherlich darüber geärgert, dass er keinen Beitrag über dieses faszinierende Phänomen womit sich Exopolitik beschäftigt, herstellen muss. Nein, er soll über doofe Spinner und Abergläubige im Internet berichten.

Kotzt Dich das nicht selber an, Malte?

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