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Facebook-Zensur, Fakenews und das Correctiv – wie man den Bock zum Gärtner macht

19. Januar 2017
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Haben Sie das auch gemerkt? Das Wort „Verschwörungstheorie“ oder „Verschwörungstheoretiker“ verschwindet in den letzten Monaten zunehmend aus dem Vokabular des Mainstreams. Ein scheinbar abgenutzter Kampfbegriff wurde fließend durch das Wort „Fakenews“ ersetzt.

Während das Wort „Verschwörungstheorie“ immerhin noch die Möglichkeit der Wahrheit einer Theorie enthält, impliziert das Wort „Fakenews“ bereits, dass es sich hierbei um eine Fälschung (Fake) oder Lüge handelt.

Nun ist es keineswegs so, dass es sogenannte Fakenews nicht gäbe, denn diese gibt es tatsächlich zahlreich, insbesondere in den sozialen Netzwerken. Während des US-Wahlkampfes wurden Facebook, YouTube & Co. geradezu überflutet mit aberwitzigen, verleumderischen und falschen Nachrichten. Nicht selten versuchen die Ersteller und Verbreiter echter Fakenews auf viralem Wege ein großes Publikum zu erreichen und von hohen Klickzahlen und Reichweite finanziell zu profitieren.

Diese Entwicklung birgt zwei große Gefahren. Zum einen wird die Glaubwürdigkeit der echten Wahrheitsbewegung untergraben, da der Mainstream in seiner Argumentation gegen die alternativen Medien keine Differenzierung vornehmen wird. Dies wäre langfristig ein großes Problem für die alternative Berichterstattung, denn selbst kritisch eingestellte Menschen werden irgendwann nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden können und wollen. Sie werden sich irgendwann entnervt abwenden und alternative Medien genauso wie den Mainstream für seine Lügen missachten und meiden.

Ein zweites, viel größeres Problem ist die offensichtliche Tatsache, dass wir uns momentan an einem Wendepunkt im Informationskrieg zwischen Mainstream und alternativen Medien befinden könnten.

Seit Jahren erlebt die alternative Berichterstattung einen massiven Aufschwung, während den Mainstreammedien die Zuschauer und Leser wegbrechen ohne dass ein Ende absehbar wäre. Niemals in der Geschichte dürfte die Glaubwürdigkeit der alten Medien auf solch einem Tiefpunkt wie heute, und Lügen und Propaganda – auch dank des Internets – so offensichtlich sein.

Doch nicht nur für die Medien, sondern auch für die Politik ist diese Entwicklung ein Desaster. Konnte man mit dem meist unkritischen Mainstream gemeinsame Sache machen, ist dies mit den alternativen Medien nicht zu erwarten. Ebenso ist allerdings auch nicht zu erwarten, dass Politik und Mainstreammedien das Feld kampflos räumen werden. Dank immer noch üppiger finanzieller Ressourcen (so alimentieren wir z.B. alleine den öffentlichen Rundfunk mit über 8 Mrd. EUR Zwangsgebühren im Jahr) ist dieser Kampf auch längst nicht verloren. Es ist wohl anzunehmen, dass nicht nur die Probleme erkannt wurden, sondern auch Strategien entworfen worden sind um die Oberhand und somit die Deutungshoheit im politischen Weltgeschehen zurückzugewinnen.

Wie könnte solch eine Strategie aussehen? Befinden wir uns möglicherweise schon mitten in seiner Umsetzung?

fakenews

Suchbegriff „Fakenews“ auf Google Trends im zeitlichen Verlauf

Da erscheint plötzlich Mitte November ein Begriff auf der Bildfläche, welcher vorher kaum eine Rolle im Vokabular der Medien und der Gesellschaft spielte. Anhand Google Trends lässt sich dies gut nachvollziehen.

Eingangs erwähnten wir bereits, dass der Begriff Fakenews anders als der Begriff Verschwörungstheorie inhaltlich bereits die Lüge impliziert. Nun ist es ja so, dass echte Lügen in der Regel Verleumdungen oder Beleidigungen enthalten, welche gegen Personen, Parteien oder Institutionen gerichtet sind, welche in der Tat auch bis zur Gefährdung der Demokratie führen können, wenn diese massenhaft auftreten.

Zurecht kann man in diesen Fällen schnell die Frage der Justiziabilität stellen, welche in der Regel nicht nur Strafen, sondern in erster Linie die Löschung solcher Inhalte vorsieht. So erscheint vielen Menschen erst einmal sehr plausibel, dass z.B. gerade im Jahr der Bundestagswahl unbedingt gegen diese sogenannten Fakenews vorgegangen werden muss. Wie praktisch, wenn hier nun zeitlich zwei Dinge zusammenkommen um etwas vorantreiben zu können, was bisher noch nicht so richtig funktionieren wollte: die Zensur in den sozialen Medien.

Insbesondere bei Facebook werden nun die Daumenschrauben angezogen. Als Unternehmen, welches seine Umsätze im Wesentlichen durch seine hohe Reichweite erwirtschaftet, dürfte man an einer umfangreichen Zensur und dem damit verbundenen Verlust an Kunden nicht unbedingt interessiert sein. Zahlreicher Aufforderungen seitens der Politik hinsichtlich Löschung von Beiträgen und Kommentaren kam man bestenfalls halbherzig nach. Damit soll nun aber endgültig Schluss sein. Eine möglicherweise inszenierte „Fakenews“- Kampagne lässt selbst einen Internetgiganten wie Facebook einknicken, da man sich schlimmstenfalls selbst staatlichen Repressalien ausgesetzt sieht. So verkündete zum Beispiel der SPD-Fraktionsvorsitzende Oppermann:

„Wenn Facebook nach entsprechender Prüfung die betroffene Meldung nicht unverzüglich binnen 24 Stunden löscht, muss Facebook mit empfindlichen Bußgeldern bis zu 500.000 Euro rechnen“, so Oppermann.“

Vor wenigen Tagen verkündete Facebook nun, dass man das Recherchebüro Correctiv damit beauftragt habe, Fakenews aufzuspüren, zu markieren und ggfs. zu korrigieren. Facebook wird das massenhafte Weiterverbreiten solcher News dann automatisch unterbinden. Dies käme zumindest einer Teilzensur gleich. Jetzt könnte man meinen, dass dieses aufwändige Filtern, die Recherche und die Korrektur von Beiträgen dem Unternehmen Facebook viel Geld kosten würde. Wie praktisch, dass diese Aufgabe das selbsternannte Recherchenetzwerk Correctiv nach Aussage Facebooks, völlig unentgeltlich übernimmt.

Kostenlos ist nur der Tod, ein Sprichwort das jeder kennt. Wer bezahlt diese Arbeit aber jetzt tatsächlich? Die Antwort lautet: ich, Du, wir alle!

Allein bei dem Name Correctiv wird manch einer hellhörig. Böse Zungen behaupten sogar, hier wird der Bock zum Gärtner gemacht. Bereits mehrmals stand Correctiv selbst in der Kritik, es mit der Wahrheit nicht immer so genau zu nehmen. Bereits vor wenigen Monaten deckte der Journalist Billy Six zahlreiche Ungereimtheiten bei der Recherche von Correctiv zum Absturz von MH17 über der Ukraine auf. Eine Recherche für das Correctiv den Grimme-Preis gewann und damit in die Welt der „seriösen“ Journalien medienwirksam eingeführt wurde. Doch nicht nur die Recherchen zu MH17 stehen aufgrund seiner antirussischen Tendenzen in der Kritik, selbst der Mainstream in Form der TAZ titelte aufgrund eines Berichtes über tödliche Krankenhauskeime bereits: „Schlechte Recherche von Journalisten – Das Correctiv korrigiert sich“.

Nun passieren Fehler, bei Menschen, bei Mainstream- und bei alternativen Medien. Dennoch bleibt die Frage, wie unabhängig ist das Recherchenetzwerk Correctiv? Man selbst erklärt, dass man aufgrund fehlender Werbepartner völlig unabhängig sei und die Arbeit ausschließlich von Spendengeldern finanziere. Das diese Erklärung natürlich völlig absurd ist, zeigt ein Blick auf die größten Zuwendungen von Spendern und Stiftungen, welche auf der Website von Correctiv dargestellt sind.

Wie unabhängig ist ein Recherchebüro, welches die Deutsche Bank, die Bundeszentrale für politische Bildung, die Open Society Foundations (Stiftung des amerikanischen Milliardärs George Soros), die CDU-nahe Konrad Adenauer Stiftung und das ZDF in einer Liste der größten Spender aufführt? Neben fragwürdigen privaten Institutionen und Stiftungen auf dieser Liste, dürfte zumindest die Bundeszentrale für politische Bildung und das ZDF durch die Bürger unseres Staates finanziert sein.

Wir bezahlen unsere Zensur also auch noch selbst, also ich, Du, wir alle!

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