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Divide et impera – Wie Cyberattacken die Wahrheitsbewegung spalten wollen

9. Juli 2011
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Die „Script Kiddies“ hacken den Twitter-Account von FoxNews und erklären Präsident Barack Obama für tot. Ganze 5 Stunden lang, war diese Nachricht über den FoxNews Twitter Account mit seinen 34.000 Followern um die Welt gegangen. Und das am Nationalfeiertag Amerikas – dem 4. Juli.

Es häufen sich in letzter Zeit die Berichte über diverse Hacker-Angriffe. Opfer dabei scheinen besonders die Webseiten und Infrastrukturen von Regierungen, Geheimdiensten und namentlich bekannten Großkonzernen zu sein, wie jüngste Berichte zeigen. Datenklau bei SONY. Angriff auf AMAZON und sogar ein Lahmlegen der Webseite der Central Intelligence Agency (CIA).

Der Cyberwar ist eröffnet und spätestens mit dem Bekanntwerden, dass ein Virus namens Stuxnet programmiert wurde, um Sabotage in einer Atomanlage zu begehen, kann man ungefähr erahnen, welch weitreichendes und gefährliches Ausmaß die virtuellen Schlachten in den Tiefen des World Wide Webs angenommen hat. Die Mächtigsten in diesem Krieg dürften die Militärs und Geheimdienste der führenden NATO Staaten sein. Die virtuellen Gegner der Cyber-Soldaten im Pentagon, sind aber nicht nur iranische Atomanlagen, sondern es sind eben auch jene Cyberterroristen, die der herrschenden Klasse nun offenbar den Krieg erklärt haben. Ob bei Wikileaks veröffentlichte (geheime) Regierungsdokumente oder schlichtweg die immer größer werdende Kritik an der westlichen Politik – das freie Internet ist im Auge derer, gegen die sich eine solche Kritik richtet, zum Staatsfeind Nr.1 geworden.

Es ist nun einmal so, dass die moderne Technologie unserer Zeit, seit 2 Jahrzehnten dem Menschen ermöglicht, um die ganze Welt zu kommunizieren. Der Zugang zu alternativen Informationen erschuf schnell eine neue Subkultur, die sich in ihrer Entstehungsphase mit Begriffen wie „Truther“ oder „Infokrieger“ identifizierte. Doch längst sind diese Pauschalisierungen nicht mehr aussagekräftig genug, um diese unzähligen neuen Bewegungen der Generation Internet zu beschreiben.

In Deutschland kann man das Phänomen seit 2009 immer deutlicher erkennen durch die steigende Anzahl stattfindender Kongresse, Symposien und Stammtischtreffen, welche als Anlass einzig und allein die Suche nach etwas mehr Wahrheit im Alltag eint. Als ich im Sommer 2009 das Geopolitik Treffen veranstaltete, folgten knapp 700 Teilnehmer der Einladung in die Messestadt Leipzig.

Nichts ist so machtvoll wie eine geeinte Basis, die sich mit klaren und durchsetzbaren Forderungen an die Obrigkeit wendet. Daher gilt es aus der Sicht der herrschenden Klasse diese geeinte Basis zu spalten. Das Prinzip Teile und Herrsche ist ein übergeordnetes System, welchem alle uns heute bekannten Staatssysteme unterlagen. Ob im Despotismus, dem Feudalismus, der Monarchie oder Demokratie – stets gab es die Herrschenden und die Beherrschten. An diesem System hat sich seit Beginn unserer modernen Geschichtsschreibung zu keinem Zeitpunkt etwas geändert.

Germanys Next Topterrorist bist Du!

Die menschliche Geschichte könnte man als Tragödie bezeichnen, bei der es im jedem Jahrhundert stets die Helden und Anti-Helden gab. Egal in welcher Staatsform und auf welchem Fleck dieser Erde, ein begleitendes Element war schon immer das des Freiheitskämpfers. Er hat die Moral auf seiner Seite, denn er setzt sich für die Belange der Unterdrückten ein. Seine Ziele setzt er mit Gewalt durch und nicht selten lässt er sein Leben bei der Durchsetzung seiner Ideale. Die Taten eines solchen Helden bleiben oft unvergessen – an der Ausübung von Unrecht hat sich bis heute jedoch wenig geändert.

Dies sollte man zumindest aus der Geschichte lernen: Man wird die Ungerechtigkeit in der Welt nicht durch Gewalt und Kampf verbannen. Die Lösung liegt in der vorgelebten Alternative. Ein Leben zu führen in Liebe und stets angestrebte Glückseligkeit sind der Schlüssel zu einer besseren Welt. Aber den meisten Menschen ist das bekannte Unglück viel symphatischer als das unbekannte Glück.

Natürlich finden wir das Konzept des gewaltbereiten Freiheitskämpfers auch in unseren Tagen wieder. Allerdings versteckt sich der moderne Robin Hood hinter der Maske des Guy Fawkes (bekannt aus dem Film „V“ wie Vendetta) und identifiziert sich mit „Jederman“.

Durch das Konzept des „Anonymous“ wird eine Steilvorlage für Internetkriminalität geebnet. Natürlich alles im Namen der Moral und der Gerechtigkeit. Im Zuge der zunehmenden Straftaten durch „Anonymous“ bzw. „Jederman“ werden wir in den kommenden Monaten eine schrittweise Beschneidungen der Freiheiten im Internet erleben. Und diese Freiheitsbeschneidung richtet sich natürlich gegen jederman – also auch gegen Dich.

Verschwörungstheoretiker geben zu bedenken, dass sich hinter den Masken einiger solcher Freiheitskämpfer ebenso die Geheimdienste, Oppositionspolitiker, Terroristen und Raubkopierer verstecken könnten, um im Namen des Volkes ihre eigene Ideologie oder Politik zu propagieren und umzusetzen.

Die zunehmende Polarisierung der unterschiedlichen Strömungen an Wahrheitsaktivisten, wurde in der ersten Jahreshälfte 2011 sehr offenkundig. Ein angekündigtes Megaritual für den 26. Juni, bei dem ein nuklear Anschlag unter falscher Flagge stattfinden sollte, spaltete die Wahrheitssuchenden vorab in 2 Lager. In jene, die diesen Behauptungen Glauben schenkten und jene, die hinter diesen Behauptungen eine gezielte Desinformation vermuteten. Ein weiterer Nebeneffekt dieser Entzweiung war, dass sich einige alternativen Medien wochenlang mit einer Luftblase beschäftigten. Die gleichzeitig stattfindende Bilderberg-Konferenz fand dementsprechend weniger Beachtung in den alternativen Kanälen.

Lediglich die Vor Ort befindlichen Aktivisten des Schall und Rauch Blogs waren in St. Moritz beim alljährlich stattfindeten Bilderberg-Meeting. Besondere Vorkommnisse waren (wie zu erwarten) nicht zu berichten. Ausser, dass man mal einen tieferen Einblick in die Arbeit des amerikanischen Radio-Talkmasters Alex Jones bekam. Dieser berichtete lieber Unwahrheiten wie, dass die Teilnehmer der Bilderberger Gay-Parties veranstaltet und sich extra für diesen Zweck Callboys einfliegen lassen haben, als zuzugeben, dass vor Ort wenig Spektakualäres zu berichten war. Auch hier zeigt sich, dass man die alternativen Medien weder alle über einen Kamm scheren, noch dass man ihn blind vertrauen sollte.

Alternative Medienmacher müssen nicht den Anspruch haben, stets richtig zu liegen oder gar zu missionieren. Aber wer im Schatten der Anonymität oder mit bewußten Lügen agiert, verliert seine Glaubwürdigkeit.

Da gehöre ich lieber zu denjenigen, die aus dem Schatten hervortreten und ganz offen zu ihrer Meinung stehen.

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