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Das Experiment „Universum 25“ und das Ende der Menschheit? NuoStory #1

27. Dezember 2017
Wie viele Menschen verträgt unser Planet? Um dieser Frage nachzugehen, begeben wir uns zunächst nach Elbert County im US-Bundesstaat Georgia. 1978 ließ ein unbekannter Auftraggeber unter dem Pseudonym R.C. Christian die sogenannten Georgia Guidestones errichten. Ein Pseudonym welches eine Anspielung auf den Name Christian Rosencreuz darstellen könnte, also der Gründergestalt der Rosenkreuzer? Oder steckt der Genetiker, Eugeniker und Demographie-Experte Robert Carter Cook hinter dem Stonehenge der New World Order, wie es von vielen auch bezeichnet wird.

Zumindest die Botschaften, welche auf den insgesamt 100 Tonnen schweren Granitsteinen hinterlassen wurden, stehen im Einklang mit den Arbeiten von Robert Carter Cook. Während manche Botschaften sehr sinnvoll und human erscheinen, lassen sich andere wiederum den Gedankengängen eines Eugenikers zuordnen. So heißt es in der 2. Botschaft beispielsweise:

„Führe die Vermehrung weise – verbessere die Gesundheit und Verschiedenheit“

Besonders verstörend wirkt aber die erste und letzte Botschaft, die uns der unbekannte Erbauer hinterließ. So heißt es dort:

„Halte die Menschheit unter 500'000'000 in ewigem Gleichgewicht mit der Natur“

Und

„Sei kein Krebsgeschwür für die Erde – lass Platz für die Natur - lass Platz für die Natur“

Es stellt sich die Frage, ob ein Mensch, welcher andere Menschen als „Krebsgeschwür“ bezeichnet, eine menschenverachtende Einstellung in sich trägt, oder ob er Überbevölkerung als so dramatisch ansieht, dass er solch drastische Worte wählt.

Ist die Überbevölkerung tatsächlich ein Problem für unseren Planeten und die Spezies Mensch? Intuitiv würden die Meisten dies sicherlich bejahen, schließlich ist ein exponentielles Wachstum bei beschränkten Ressourcen und Lebensraum nicht möglich. Doch wann ist Schluss mit dem Wachstum und wie viele Menschen verträgt unser Planet auf lange Sicht?

Tatsächlich ging dieser Frage der weltweit anerkannte amerikanische Ethologe und Verhaltensforscher John. B. Calhoun in seinen Studien zur Bevölkerungsentwicklung und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche und soziale Verhalten nach.

Bereits 1947 begann er mit seinen ersten Experimenten an einer Nagetierpopulation, obwohl seine Forschung zum Ziel hatte, die Zukunft für die menschliche Gesellschaft vorauszusagen. 1972 führte er dann sein berühmtestes Experiment durch: das „Universum-25 Projekt“. Ziel war es, herauszufinden, wie die Populationsdichte das Verhaltensmuster von Mäusen beeinflusst. Dafür schuf Calhoun ein wahres Mäuseparadies. In einem stets sauber gehaltenen Käfig, lediglich in seiner Größe auf 6 Kubikmeter beschränkt, standen den Tieren dauerhaft Nahrung, medizinische Betreuung, Schutz vor Fressfeinden und stabile Temperaturen zur Verfügung.

Das Experiment startete mit 4 Pärchen gesunder Mäuse. Diese vermehrten sich natürlich rasch unter diesen Bedingungen. Alle 2 Monate verdoppelte sich die Population bis diese schließlich ca. 600 Mäuse erreichte und noch lange nicht an die physischen Grenzen des Käfigs gelang, welche theoretisch bei ca. 4.000 Mäusen gelegen hätte. Doch von nun an, veränderten die Mäuse ihr Verhalten. Sie bildeten Hierarchien und insgesamt 14 exklusive Zirkel. Außenseiter, meist Jungtiere, wurden nun oftmals aggressiv in bestimmte Bereiche des Käfigs vertrieben. Die Männchen unter diesen Außenseitern zeigten ein besonders auffälliges Verhalten. Sie zeigten kaum mehr Aggression und Abwehrverhalten, sie beschützten weder ihre schwangeren Weibchen, noch ihren Nachwuchs und verweigerten jegliche soziale Rolle zu übernehmen.

Die Weibchen hingegen zeigten ein deutlich aggressiveres Verhalten um Ihren Nachwuchs zu schützen. Gelegentlich richtete sich die Aggressivität aber auch gegen den eigenen Nachwuchs. Sie töteten diesen, zogen sich zurück und verzichteten auf weitere Vermehrung. Dennoch stieg die Mäusepopulation noch bis auf 2.200 Tiere an.

In der folgenden Phase, die Calhoun als die Todesphase bezeichnete, gab es eine steigende Anzahl an Mäusen, welche er als „Schönlinge“ bezeichnete. Diese zeigten ein völlig untypisches Verhalten. Sie weigerten sich um Ihr Territorium zu kämpfen, hatten kein Interesse an Weibchen und Paarung und zogen sich von jeder sozialen Funktion zurück. Ihr Leben bestand ausschließlich aus Nahrungsaufnahme, Schlaf und Fellpflege.

Schon bald bildete sich eine Population, welche zur Mehrzahl aus aggressiven höheren Hierarchien, sowie Schönlingen und aggressiven Weibchen bestand, welche beide kaum an Vermehrung interessiert waren. Die Todesrate unter den Jungtieren lag nun bei nahezu 100%, die Anzahl der Schwangerschaften war unwesentlich und wurde bald zu null.

Es verbreitete sich der Kannibalismus bei gleichzeitigem Überfluss an Nahrungsmitteln. Die Mäuse starben rasant aus. Am 1780. Tag vom Beginn des Experiments starb der letzte Bewohner des „Mäuseparadieses“.

Calhoun bezeichnete später den Verzicht auf komplexe Verhaltensmuster der Nachfolgegenerationen von Mäusen, als einen ersten „Tod des Geistes“, welchem schließlich auch schnell der physische Tod folgte. Als Idealgröße einer Population unter diesen Umständen sah Calhoun etwa 150 Tiere an, also weniger als 10% der größten Populationsdichte. Bei dieser Größenordnung zeigte die Population bei allen Tieren ein gesundes Sozialverhalten.

Ob dieses Experiment ohne weiteres auf eine menschliche Population übertragen werden kann, darin sind sich Forscher nicht sicher. Calhoun hingegen sah viele Parallelen zur menschlichen Entwicklung und errechnete analog zu seinen Experimenten eine ideale Bevölkerungsanzahl für unseren Planeten von lediglich 70 Millionen Menschen, also weniger als 1% der heutigen Weltbevölkerung.

Diese Berechnungen werfen natürlich viele Zweifel auf. Interessant erscheint aber die Tatsache, dass der gesellschaftliche Untergang einer exponentiell wachsenden Population durch ein sich verändertes und destruktives Sozialverhalten beginnt, weit bevor natürliche und physische Ressourcen erschöpft sind.

Ist die heutige Menschheit bereits in die von Calhoun bezeichnete Todesphase eingetreten, welche durch den „Tod des Geistes“ verursacht wird oder sind seine Experimente trotz auffallender Parallelen nicht vom Tier auf den Menschen übertragbar?

Es bleibt also weiterhin ein Rätsel, ob uns die Erbauer der Georgia Guidestones tatsächlich vor einem Untergang der Menschheit warnen wollen oder ob sie eine menschenverachtende Philosophie verfolgten.
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