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Sozialismus im 21. Jahrhundert (Prof. Dr. Heinz Dieterich)


11. Februar 2011

Prof. Dr. Heinz Dieterich, Professor an der Universidad Autónoma Metropolitana in Mexiko Stadt und „Chefdenker“ des Präsidenten von Venezuela, Hugo Chávez, studierte in Frankfurt am Main bei Adorno, Horkheimer und Habermas. Während der Studentenbewegung stand er neben Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit im Häuserkampf. Er promovierte in Bremen, später ging er im Rahmen eines akademischen Austauschprogramms nach Mexiko. Neben seiner akademischen Arbeit engagierte sich Dieterich in der Solidaritätsbewegung für Chile, Nicaragua und Kuba. In Venezuela gilt der Altlinke als Chefideologe des Präsidenten Chávez und bastelt mit ihm an Bündnissen gegen die Vorherrschaft der USA.
Geht man davon aus, daß der klassische Lebenszyklus unserer Gesellschaft sich dem Ende zuneigt, die zweite Etappe der Moderne beginnen muß, eine neue Wirklichkeit entsteht, so legt Dieterich eine Universaltheorie für die postkapitalistische Gesellschaftsordnung vor. Anknüpfend an das Historische Projekt von Marx und Engels versucht der Autor, den Lehren der sozialen Praxis der letzten Jahrhunderte, den neuen Erkenntnissen der fortgeschrittenen Wissenschaft und der Entwicklung der Produktivkräfte Rechung zu tragen. Also weder Utopie noch Nostalgie die bürgerliche Gesellschaft raubt der menschlichen Daseinsweise immer mehr ihres Lebenssinns, etwas Neues ist im Entstehen.

Marx Erkenntnis, daß die Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen ist, greift Heinz Dieterich im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt auf und konkretisiert diese als Kampf gegensätzlicher Historischer Projekte in ihrer dialektischen Bewegung. Obwohl der Sieg über den Sozialismus als endgültig verkündet wurde, fürchtet man offenbar den Sozialismus mehr als je zuvor.

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