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Salutogenese – das neue Verständnis von Gesundheit (Quantica Kongress 2011) – Dr. Marco Bischof

16. Oktober 2012
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In den letzten Jahrzehnten haben die Gesundheitswissenschaften ein neues, „salutogenetisches“ Gesundheitskonzept entwickelt, das nicht mehr — wie die traditionelle krankheitszentrierte (pathogenetische) Betrachtung — das reibungslose Funktionieren des Körpers und die Vermeidung bzw. Behebung von Krankheit in den Vordergrund stellt, sondern die Frage nach den Faktoren, die Gesundheit schaffen bzw. erhalten und den persönlichen Ressourcen, die jedermann dafür zur Verfügung hat. Gesundheit hängt nicht nur von biologisch-materiellen, sondern auch von psychologisch-emotionalen, sozialen und Umweltfaktoren, und schließlich auch von spirituellen Faktoren ab und kann nicht vollständig mit den traditionellen biologischen und psychologischen Begriffen definiert werden. Im salutogenetischen Gesundheitsverständnis geht es nicht um die Bekämpfung von Krankheit, sondern um die Stärkung und Steigerung der Gesundheit. Diese wird zu einer Angelegenheit der ganzheitlichen Lebensgestaltung und der Lebenskunst, der individuellen und gesellschaftlichen Sinngebung des Lebens und der Entfaltung der Potentiale jedes einzelnen Menschen. Nicht Ärzte und andere Experten sind nach salutogenetischer Auffassung in erster Linie für unsere Gesundheit zuständig, sondern jeder einzelne Mensch für sich selbst. Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Selbstregulation stehen im Vordergrund, und die selbstbestimmte Gestaltung des eigenen Lebens und die kreative Teilnahme an der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung sind das wichtigste, was wir für unsere Gesundheit tun können. Grundlage für ein gesundes Leben ist die Fähigkeit, sich selbst und die eigenen körperlichen und seelischen Prozesse wahrzunehmen; dadurch wird eine körperlich-seelisch-geistige Selbstregulation möglich. Methoden, mit denen jeder selbst diese Fähigkeit wecken und entwickeln und damit lernen kann, seine eigenen psychophysischen Zustände zu steuern und die eigene Persönlichkeit ganzheitlich zu entfalten, die sogenannten „Selbstkultivationsmethoden“, dürften deshalb in Zukunft für das Gesundheitswesens wichtig werden.

Vortrag von Dr. Marco Bischof anlässlich des Quantica Kongresses „Evolution – Bewusstsein – Quantenphysik“ vom 14./15. Mai 2011.

Weitere Informationen unter www.Quantica.TV

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