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Messermann attackierte Kathrin Oertel


8. Dezember 2015

HALLE – Sein Messer hatte er offenbar griffbereit dabei: Die Friedensaktivistin und ehemalige Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel ist am Rande der gestrigen Hallenser Friedensdemo von einem bewaffneten Angreifer (27) attackiert worden. Der Mann wurde direkt im Anschluss von der Polizei überwältigt und festgenommen. Kathrin Oertel und die Organisatoren der Montagsdemos befürchten ein geplantes Attentat.

Gegen 20 Uhr hatte sich die Versammlung der Montagsdemonstranten etwa in Höhe des Leipziger Turms aufgelöst. Die Teilnehmer strömten bereits durch die Fußgängerzone zurück in Richtung des Hallenser Hauptbahnhofes, als sie von rund 150 aufgebrachten Gegendemonstranten teilweise blockiert und zurück gedrängt wurden. Trotz massiven Polizeiaufgebots.

Kathrin Oertel, die mit einem unserer NuoViso-Reporterteams ein Interview verabredet hatte, entschied sich, aus Sicherheitsgründen die blockierte Leipziger Straße zu meiden und über die kaum beleuchtete Martinstraße zurück zum Ausgangspunkt des Umzugs zu laufen – ein folgenschwerer Fehler: Auf dem dunkelsten Abschnitt der Straße wartete bereits der Attentäter auf sie.
Der 1,90 Meter große Mann mit Rasta-Frisur ging unvermittelt auf die zierliche Aktivistin los, stieß sie brutal zu Boden. Zeugen riefen die noch in der Nähe befindliche Polizei zu Hilfe. Während die Beamten den sich wehrenden Angreifer zu Boden brachten, um ihn festzunehmen, muss der 27-jährige Hallenser ein mitgebrachtes Messer weggeworfen haben. Die möglicherweise extra für diesen Angriff mitgebrachte Waffe wird noch von der Polizei auf Fingerabdrücke des Angreifers hin untersucht. Polizei-Sprecherin  Anja Koppsieker zu NuoViso: „Bisher liegen keine Hinweise dahingehend vor, dass es mit der Straftat in Zusammenhang steht.
Nach Abschluss dieser Maßnahmen wurde der Tatverdächtige aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen.“

Gegen den wohl dem linken Spektrum zuzuordnenden Attentäter wird nun wegen zweifacher Körperverletzung ermittelt: Einer der Helfer, die Oertel zu Hilfe geeilt waren, musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Bergmannstrost gebracht werden.  Ein weiterer wurde an der Hand verletzt. Ein dritter Helfer zeigte den Beamten am Tatort an, dass seine Videokamera bei dem Überfall kaputt gegangen sei. Kathrin Oertel erlitt böse Prellungen am Arm. Im Interview direkt nach dem Zwischenfall beklagte sie den zerstörerischen Einfluss gewaltsamer Angriffe auf die freie Meinungsäußerung in Deutschland.

Montagsdemo-Organisator Frank Geppert ist sich sicher: „Das war auf alle Fälle geplant. Es finden immer wieder Angriffe auf uns angebliche Nazis statt – bisher waren es nur unsere Autos, jetzt geht es auch noch gegen unser Leib und Leben!“
Ob Kathrin Oertel und er an diesem Samstag bei der Demo gegen den Syrienkrieg in Berlin zu dem Vorfall sprechen wollen, ließen beide am Montag offen. Die Auftaktkundgebung findet am 12. Dezember um 14 Uhr auf dem Berliner Washingtonplatz (Hauptbahnhof) statt.

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