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Friedlich in die Katastrophe – Interview mit Holger Strohm


10. Februar 2015

friedlich_in_die_katastropheIm Trailer des Films „Friedlich in die Katastrophe“ heißt es: „Was wir momentan tun, ist Flugzeuge zu starten ohne eine Landebahn zu haben“. Nun starten diese Flugzeuge bereits unentwegt seit der Eröffnung des ersten Kernkraftwerkes in Obninsk (Rußland) vor 60 Jahren und wir haben noch immer keinen Plan und keine Lösung für das Problem der Landebahn entwickelt. Wir können die Augen vor dem Problem schließen, welches vielleicht erst unsere Enkel, Urenkel und späteren Nachfahren unweigerlich in eine Katastrophe führen wird. Wir könnten aber zumindest Schadensbegrenzung betreiben indem wir die Nutzung von Kernenergie sofort stoppen.

Holger Strohm ist Umweltaktivist der ersten Stunde und ein großer Kritiker der Atomkraft. Bereits vor über 40 Jahren schrieb er das Buch „Friedlich in die Katastrophe“, welches seither in einer Auflage von mehreren hunderttausend Stück erschien und immer noch hochaktuell ist. Mit den Reaktorunglücken von Tschernobyl und Fukushima, sowie der immer größer werdenden Problematik der Endlagerung haben sich die schlimmsten Befürchtungen von Holger Strohm bereits bestätigt. Dies wird allerdings nur ein Vorgeschmack auf das sein, was uns noch erwartet. Die Halbwertszeit (also die Zeit in der sich die radioaktive Strahlung eines Elementes halbiert) des Atommülls liegt bei mehreren Millionen Jahren und wird vermutlich die Menschheitsgeschichte überdauern, wenn nicht sogar der Grund für deren Vernichtung sein.

Wie oft wurde uns von den Stromkonzernen und der Politik die Mär vom billigen Strom erzählt? Und ja es stimmt, betrachtet man die Kosten für die Förderung der notwendigen Rohstoffe und den Bau von Atomkraftwerken, dann scheint diese Energiequelle auf den ersten Blick recht preiswert zu sein. Damit ist die Geschichte allerdings nicht zu Ende erzählt, denn diese wird uns verschwiegen. Bezieht man die Kosten für die aufwendige und teure Lagerung des Atommülls mit ein, dann ist diese Form der Energieerzeugung die mit weitem Abstand teuerste. Wir verlagern diese Kosten auf zukünftige Generationen, ohne daß diese einen Gegenwert erhält. Man könnte hier von Egoismus in seiner Reinform sprechen.

Diesen Umstand sollte selbst ein Blinder erkennen können! Um diesem Umstand aber auch noch ein wissenschaftliches Fundament zu geben, führte Holger Strohm unzählige Interviews mit Experten aus der Kernenergieforschung und bemühte über 3.000 Quellenangaben in seinem Buch. Auch nach über 40 Jahren konnte nicht ein einziger Fehler in seinem Werk nachgewiesen werden. Seit den Reaktorunglücken, insbesondere in Tschernobyl (Schätzungen gehen von über 10.000 Toten und über 100.000 schwer erkrankten Menschen aus) wurden wir auch praktisch bestätigt, was Holger Strohm bereits theoretisch erarbeitet hatte.

Nun sollte man davon ausgehen, daß die Gesellschaft dankbar für Aktivisten wie Holger Strohm ist. Tatsächlich lebt Holger Strohm mit täglichen Anfeindungen und Denunzierungen. Die kürzliche Verfilmung seines Werkes wird von den Medien, großen Kinoketten und Filmverleihern gemieden. Warum dies so ist, erläutert Holger Strohm im Interview mit Michael Vogt.

„Friedlich in die Katastrophe“ auf DVD bestellen

Websites:

www.friedlich-in-die-katastrophe.de
www.holgerstrohm.com

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