Genie und Wahnsinn
Inhalt
Der Fall Janke
Der Film folgt den Lebensspuren Karl-Hans Jankes, der 1909 im pommerschen Kolberg geboren wurde und nach dem Abitur ein Medizinstudium beginnt, das er aber nicht beendet. Er wird zur Wehrmacht eingezogen und wegen einer «Nervenschwäche» wieder entlassen. 1949 hängt Janke ein Protestplakat aus, auf dem steht: «Es gibt keine Spielsachen mehr für Kinder, da wir dringend Kanonen brauchen.» Daraufhin wird er verhaftet; im Gefängnis stellt ein Arzt bei ihm Verwahrlosung, Unterernährung und Schizophrenie fest. Janke kommt nach Wermsdorf in Sachsen, wo sich zu DDR-Zeiten eine der größten psychiatrischen Kliniken befindet.
Als er dort eingeliefert wird, ist Janke 40 Jahre alt. Für fast noch einmal 40 Jahre wird die Welt hinter Gittern sein Zuhause. Er teilt sich Bett an Bett mit bis zu 35 Männern einen Raum; seine Arbeit in der Kohlenkolonne der Klinik ist hart. Aber dieser Patient ist anders als die anderen. Er ist ein leidenschaftlicher Erfinder und Zeichner.
Ein Sonderling unter lauter Außenseitern, dem das Personal mit Respekt begegnet. «Ich fand ihn ganz anders als die anderen Patienten», sagt eine Krankenschwester. Ein anderer Klinikangestellter meint: «Er war ein kluger Spinner, der über andere herausragt.» Unzählige Zeichnungen und Konstruktionspläne fertigt Janke in den Jahren seines Eingesperrtseins an. Er erfindet Flugmaschinen, die er «Trajekte» nennt, entwickelt Raketen mit einem bislang unbekannten Atomantrieb und denkt über eine nicht versiegende alternative Energiequelle nach. Theoretisches wie der Ursprung des Universums interessiert ihn, und er erfindet praktische Dinge für den Alltag - einen Mini-Stadtroller und einen Tauchsieder aus Jenaer Glas.
Janke behält aber seine Ideen nicht für sich. Konstruktionspläne und Beschreibungen schickt er an DDR-Ämter und Behörden, die zunächst von seinen Vorschlägen begeistert sind und ihn einladen. Erst als bekannt wird, dass sich hinter dem kreativen Erfinder der Patient einer psychiatrischen Anstalt verbirgt, hagelt es Absagen. Ein Wissenschaftler, der Jankes wissenschaftliche Leistung einschätzen soll, bezweifelt zwar die technische Umsetzbarkeit vieler seiner Ideen. Andere Erfindungen wie einen Standortanzeiger für Flugzeuge von 1936 würdigt er aber als zukunftsweisend. «Unsere heutigen Navigationssysteme tun das gleiche», sagt er.











