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Warum stürzte Germanwings-Flug 9525 ab?

2. April 2015
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Am 24. März zerschellte der Germanwings-Flug 9525 an einem Bergmassiv in den französischen Alpen. Der Co-Pilot soll sich im Cockpit eingeschlossen und die Maschine nach einem Sinkflug in den Berg gesteuert haben. COMPACT-TV sprach mit Robert Stein über die verschiedenen Theorien zum Unglück mit 150 Toten. Stein ist ein ausgewiesener Luftfahrt-Experte: In den 1990er Jahren absolvierte er eine Ausbildung an der Lufthansa-Verkehrsfliegerschule in Bremen. Später war er als leitender Sicherheitsmanager am Münchner Flughafen tätig.

Im Interview gibt Robert Stein Antworten auf folgende Fragen:

-Bisher ist nur der Stimmrekorder der Maschine gefunden und ausgewertet worden. Die Aufnahme gibt im Wesentlichen die Atemgeräusche des Co-Piloten wieder. Kann man anhand einer solchen Tonaufnahme überhaupt zu ausreichenden Rückschlüssen über die Lage im Cockpit kommen? Oder anders gefragt: Welche Erkenntnisse sind aufgrund des Stimmrekorders überhaupt möglich? Kommen wir mal zum mutmaßlichen Todesflieger. Dieser war Co-Pilot, nicht Kapitän. Wäre er von seiner Ausbildung, seinen Kenntnissen überhaupt in der Lage, ein Verkehrsflugzeug im Sinkflug in einen Felsen zu steuern?

-Der Co-Pilot soll sich im Cockpit eingeschlossen und seinem Kapitän den Zugang verwehrt haben. Dieser hatte er versucht, die Tür einzutreten und wollte sie dann mit einer im Flugzeug vorhandenen Axt einschlagen. Kann sich ein Pilot überhaupt derart verschanzen, daß der Rest der Besetzung selbst mit Gewalt keinen Zugang bekommt? Der Co-Pilot soll psychische Probleme gehabt haben und krankgeschrieben gewesen sein. Wie wahrscheinlich ist es, daß dies niemand der Besetzung, aber auch des Sicherheitspersonals aufgefallen ist? Stehen den Piloten nicht auch von Seiten ihrer Fluggesellschaft unter einer gewissen Beobachtung, was ihren Gesundheitszustand anbelangt. Sie sprachen gerade ein routierendes Crewsystem an. Nun gab es am 28. März in der Bild-Zeitung eine große Titelgeschichte: Die Ex-Freundin des Co-Piloten packt aus. Darin behauptet sie, mit dem Co-Piloten fünf Monate lang quer durch Europa geflogen zu sein. Sie hätten während dieser Zeit auch eine heimliche Affäre gehabt. Ist das Glaubhaft?

-Kommen wir mal zur Absturzstelle. Auffallend ist, daß der Flugschreiber bislang nicht gefunden wurde und die Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa anscheinend auch keine entsprechende Hoffnung mehr hat?

-Die Absturzstelle in den französischen Alpen besteht aus einem Feld quasi atomatisierter Trümmen. Ganz im Gegenteil zu Bildern, die man normalerweise nach Abstürzen sieht. Bei denen sind deutlich größere und intaktere Rumpfteile zu erkennen. Passen die Verteilung und Größe der Trümmer zu einem Flug in einen Berg?

-Bereits in den Minuten vor dem Aufprall erschienen im Unglücksgebiet zwei französische Mirage-Kampfflugzeuge. Als das bekannt wurde, gab es umgehend Überlegungen, das Flugzeug könnte abgeschossen worden sein. Wie würden Sie solche Behauptungen einschätzen?

-Bereits einige Tage vor dem Unglück hatte eine Lufthansa-Maschine auf einem Flug nach Spanien massiv an Höhe verloren. In diesem Fall soll der Autopilot den Sinkflug eigenständig eingeleitet haben. Die Besatzung konnte eingreifen und einen Absturz verhindern. Könnte sich ein ähnliches Szenario auch in der Germanwings-Maschine abgespielt haben?

-Inzwischen gibt es im Internet Verschwörungstheorien, die behaupten, der Absturz hätte mit austretenden Giftgasen aus der Belüftungsanlage zu tun. Kann das eine Ursache gewesen sein? Klingt denn die offizielle Version in ihrer Gesamtheit aus Ihrer Sicht plausibel?