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Medienpolitik 2014 – Im Gespräch mit Christoph Hörstel

6. Dezember 2014
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fbshare powerbHerr Hörstel, der Spiegel bezeichnete sie kürzlich als „einen Mann, der rechtsextreme Thesen verbreitet.“ Steht das heute so immernoch auf Spon?

Hörstel: Wie jeder inzwischen nachgooglen kann, das steht dort nicht mehr. Das ist passiert, weil eine Medienanwältin da einen freundlichen Brief hingeschrieben hat, dass das schlichtweg nicht stimmt mit einer Aufforderung zur Gegendarstellung und Unterlassung. Die Unterlassung ist mittlerweile unterschrieben, die Gegendarstellung ist nicht durch. Das „rechts“ vor dem „extrem“ ist also gestrichen. Jetzt bin ich nur noch ein Mann der extreme Theorien vertritt. Und das stimmt ja auch. Ich schaue mir das System an und sehe dass vieles falsch läuft an vielen Punkten. „Hochverratspolitik“ sei ein Begriff, den ich im russischen Fernsehen Frau Merkel um die Ohren gepfeffert haben soll. Aber völlig korrupt ist ja die ganze Politik und nicht nur Frau Merkel. Korrupte Politik gibt es in jedem einzelnen deutschen Ministerium. Das ist in Summe auch Hochverratspolitik in jedem einzelnen Ministerium. Und wenn der Spiegel mir das zum Vorwurf macht, dann freue ich mich, dass der Spiegel in dieser Form Werbung für eine vernünftige Sicht der Dinge macht. Aber der Spiegel ist bei solchen Dingen nicht allein, das ist eine Kampagne.

Höfer: Kampagne heißt, dass man unbeliebte Meinungen und Systemkritiker diffamiert und dabei eine immer größere Keule herausholt?

Hörstel: Wunderbare Beschreibung! In meinem Fall war das der RBB, welcher sich weigert ein mir untergeschobenes Zitat, dass da lautet „Israel dürfe es nicht geben“, zurückzunehmen und anzuerkennen, dass dies nicht stimmt. Wir haben das Video besagter Rede  gezeigt, auf welche sich die Zitate beziehen, aber der RBB beruft sich darauf, es sei journlastisch regelgemäß gearbeitet wurden. Aber das Gegenteil ist der Fall. Der RBB sagt die Unwahrheit. Darauf folgte der STERN, ich hätte gesagt Israel dürfe es nicht geben und sie bezogen sich dabei auf die anderen Medien. Wenn man mächtige Kräfte angreift in Deutschland ist das Echo sehr vielfältig. Bisher hatten wir Informationskrieg 1.0 – das heißt Otto Normal opfert seine Freizeit um etwas gegen die Missstände zu machen. Er schreibt ein Buch, hält Vorträge oder gibt bei NuoViso ein Interview. Dann haben wir 2.0.: Der Staat schlägt zurück und die Medien schlagen zurück. 3.0: Der Mann verliert seinen Job. Und bei 4.0 verliert man ganz normale Fälle vor Gericht, die eigentlich eindeutig sind und der Anwalt wundert sich dann, wie er einen so einfachen Prozess verlieren konnte. Ich sage dann immer dem Anwalt: Du vertritts Hörstel und damit bist Du bestraft. Das liegt an Hörstels politischen Ansichten. Man bekommt als Systemkritiker in Deutschland die volle Macht der Politik und der Medien zu spüren. Bei meinem Prozess gegen das Steinmeier-geführte Auswärtige Amt steht ja auch noch aus, weil die ihren Pflichten des Informationsfreiheitsgesetzes nicht nachkommen.  Sie erklären Botschaften wie der des Iran oder Russlands, sie dürfen mir keine Einreise-Visa ausstellen. In beiden Ländern bin ich einer der meist interviewten Deutschen in den jeweiligen Staats-Rundfunk-Anstalten beider Länder. Mit anderen Worten: Wir unterdrücken Aktivitäten von Menschen, die wir nicht mögen. Also Leute, die ihr Weltbild sprachlich darstellen können und deren Kritik an Paris-London-Brüssel-Berlin so gut artikuliert ist, dass es gefährlich wird, weil das Publikum wächst. In der DDR kam man dafür nach Bautzen.

Also auf Stufe 4.0. ist es kein Medienkampf mehr, sondern ein Kampf gegen alle Institutionen des Staates. Diesen Kampf möchte ich aufnehmen, da ich in eine Ecke gedrückt werde, in die ich nicht hingehöre. Das lasse ich mir nicht gefallen.

Höfer: Diese Prozesse sind 2014 recht deutlich zu Tage getreten. Im Rahmen der neuen Montagsdemos gibt es viele Beispiele von Menschen, die von den Massenmedien diffamiert wurden. Es wäre wünschenswert, wenn die alternativeb Denker und Macher aus diesen Prozessen lernen.

Hörstel: Richtig! Ich stehe diesen Mahnwachen sehr positiv gegenüber Ich konnte es mir aber bisher nicht leisten, das Risiko einzugehen, dass da unten so ein paar Leute stehen, die mir nicht passen und irgendwelche Pamphlete hochhalten. Und dann schwenkt eine Kamera von diesem Transparaent auf mich und in den Medien heißt es dann ich spreche vor der NPD. Im Grunde habe ich da auch gar nichts dagegen, aber ich kann es mir nicht leisten wegen dem, was dier Medien daraus machen. Ich bin doch aber nicht dafür verantwortlich, was in den einzelnen Köpfen des Auditoriums vor sich geht. Natürlich gibt es auch Judenhasser, mit denen ich nichts zu tun haben will – aber gibt es dafür einen Screening-Test? Nein! Mal abgesehen davon besteht ja die Hälfte der Partei aus Verfassungsschützern.

Aber bei den Montagsdemos sind zu 99% vernünftige Leute und ich propagiere diese Demonstrationen auch, denn sie sind wichtig. Sie sind auch ein sehr gutes Beispiel für Diffamierung. Die Montagsdemos wurden schnell als Bedrohung für das System erkannt und dann hat man die Methoden eingesetzt, die man hatte, um das zu spalten und anzugreifen. Und jetzt freut man sich im Knazleramt darüber, dass die schärfsten Systemkritiker übereinander herfallen, wie es zB Jutta Ditfurth tut. Sie ist beim Thema Jürgen Elsässer völlig ausgerastet.

 Höfer: Auch in andern Branchen, wie Wissenschaft, Forschung und Bildung kann man beobachten, dass jeder, der eine nicht mainstreamkonforme Meinung vertritt schnell abgetan wird als Nazi, Verschwörungstheoretiker oder Vollidiot. Neu sind die Begriffe „Rechtspopulist“ oder „Neurechter“. Wer denkt sich solche Begriffe aus?

Hörstel: Wir wissen ja, dass es ein Strategiepapier gibt – Joint Vision 2020″ – da steht drin, dass wir in einem Zustand permanenten Krieges leben. Ich habe daraufhin den Begriff des „Terrormanagements“ geprägt, da er die Wirklichkeit besser beschreibt. Der Westen führt keinen Krieg gegen den Terrorismus, sondern verwaltet diesen. Inzwischen machen wir das nicht nur in Afghanistan oder Libyen, sondern auch im Irak mit IS, bei denen man jetzt mit bis zu 8000 Kämpfern rechnet, die im Häuserkampf bewährt sind und nun nach Europa zurückkehren. Und solche Leute können dann hier in Deutschland frei rumlaufen wie es der Fall des Hasspredigers Reda Seyam zeigt, der mit dem Umzugsunternehmen des BND von Pakistan nach Berlin verfrachtet wurde. Ich werfe den deutschen Institutionen vor, Terrormanagement zu betreiben. Und ich werfe der NATO vor, dass sie IS binnen weniger Stunden vernichtend schlagen könnten – offenbar ist das nicht gewollt.

Und wer gegen eine solche Verbrecherpolitik angeht, hat ein Problem. Er ist dass ganz schnell eben ein Rechtspopulist oder Neurechter – oder noch schlimmer, wie in meinem Fall, wenn die Jerusalem Post schreibt, ich wäre ein angeblicher Holocaustleugner, was ich selbstverständlich nicht bin, denn ich sage ganz klar: Der Holocaust hat stattgefunden. Andere Zeitungen berufen sich dann aber auf die Jerusalem Post und sind dann fein raus und können sagen: Wir zitieren doch nur die JP. Und kann ich jetzt gegen die JP prozessieren? Das könnte ich, aber will ich gern verlieren gegen israelische Gerichte, deren Rechtssprechung auch eher willkürlich erscheint? Israel ist ein rassistischer Unterdrückungsstaat, wie er ja selbst sagt, denn in einem „jüdischen Staat“ hat ein Moslem sicher nichts zu lachen.

Diese ganzen Dinge führen dazu, dass hier in Deutschland eine Ausgrenzung und Diffamierung aller Systemgegner stattfindet, welche berechtige Kritik üben. Das ist die Absicht von Systemmedien, die das Lügen im internationalen Kontext gelernt haben, die eine lügenhafte Redaktionspolitik haben wie der Spiegel, die Süddeutsche, der Stern usw. Das nennen wir „Systemmedien“ und mit denen muss dringend aufgeräumt werden.

Höfer: Im Ausland lacht man darüber, dass man in deutschen Medien das Buch von Udo Ulfkotte „Gekaufte Journalisten“ totschweigt, obwohl es auf der Spiegel Bestseller Liste auf Platz 10 ist. Wenn man das Buch gelesen hat, weiß man auch warum das so ist.

Hörstel: Das Schweigen der Medien und die Mitwirkung bereitwilliger Redakteure führt dazu, dass die Lage immer schlimmer wird. Das ist das Aufscheinen eines Systems, welches gerade die Mechanismen zur Unterdrückung seiner Bevölkerung sortiert und dann nach und nach eingesetzt werden. Als willfähriger Journalist ist man im Transatlantik-Netzwerk, bekommt gut Geld und hat ein angenehmes Leben. Das gönne ich ja jedem gerne, aber so machen Leute Karriere in Deutschland, die eigentlich nichts taugen. Und das hat leider System.