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Atomrebell Holger Strohm (Friedlich in die Katastrophe) im Interview mit Ken Jebsen (2.Teil)

12. Oktober 2013
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Am 6. August 1945 verlor die Atomwissenschaft endgültig ihre Unschuld. Die Vereinigten Staaten zündeten über den japanischen Großstädten Hiroshima und Nagasaki zwei Atombomben. Hunderttausend Zivilisten fanden in den ersten Minuten den Tod, weitere hunderttausend folgten bis Jahresende, als die ersten Folgen der Strahlenkrankheit eintraten.

Bis heute rechtfertigen die USA den Einsatz beider Atombomben über zivilen Zielen damit, dass es ihnen darum gegangen sei, den Zweiten Weltkrieg möglichst rasch zu beenden. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. In Hiroshima und Nagasaki wurden zwei unterschiedlichen Atombombentypen abgeworfen. Eine Uran- und eine Plutoniumbombe.

Man hatte zuvor, am 16. Juli 1945, die erste Atombombe zu Testzwecken in der Wüste von New Mexico gezündet, doch unmittelbar im Anschluss ging es den Militärs darum, die Sprengkraft der Bombe zu steigern und ihre Langzeitwirkung auf das Leben an sich zu untersuchen.

Hiroshima und Nagasaki waren, so zynisch das klingen mag, ein Test. Live. Am lebenden Objekt. Dieser Test führte nicht zur gewollten Abschreckung z.B. gegenüber der UdSSR, sondern setzten den Mechanismus des atomaren Wettrüstens erst in Gang. Weltweit und bis heute. Allein die USA verfügen über 22.000 nukleare Sprengsätze.

Das, was uns heute die Atomlobby als friedliche Nutzung der Kernenergie verkauft, Atomstrom, ist in Wahrheit ein Abfallprodukt der Atombomben-Herstellung. Atombomben benötigen Plutonium als Sprengstoff. Dieses Plutonium fällt beim Betrieb klassischer AKWs an. Immer. Denn das ist ihr eigentlicher Sinn und Zweck. Wer JA zu Atomstrom sagt, sagt – ohne es zu wissen – zwangsläufig immer auch JA zur Atombombe.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Mensch nicht ohne Fehler ist. Die von ihm weltweit betriebenen Atomkraftwerke sind daher tickende Zeitbomben, denn neben den technischen Problemen, die jedes AKW begleiten, ist der Faktor „menschliches Versagen“ eine tickende Zeitbombe, die 24 Stunden am Tag scharf ist.

Ein Atomkraftwerk, das außer Kontrolle gerät, so dass es zu einem Super-GAU, einer Kernschmelze kommt, verursacht einen irreparablen Schaden. Radioaktivität kann nie wieder „eingefangen“ werden. Die Strahlung tötet auch noch nach Tausenden von Jahren.

Spätestens seit Tschernobyl ist dieser Umstand bekannt, doch die Macht der Atomlobby in Verbindung mit der Verdrängungsleistung des Menschen lässt die meisten von uns bisher die Augen vor der Realität verschließen. Allein das Strahlungspotenzial von Fukushima übersteigt das von Tschernobyl um den Faktor 12.000. Was damals in der Ukraine noch als Sondermüll galt, ist heute als Lebensmittel zum Verzehr frei gegen. Die zulässigen Grenzwerte wurden einfach extrem erhöht.

Ein Mann, der das globale Desaster der Atomwirtschaft schon vor Jahrzehnten benannte, ist Holger Strohm. Er sagte das Eintreten von Katastrophen im Ausmaß Tschernobyls und Fukushimas voraus und schrieb bereits 1971(!) das Standardwerk der Anti-Atomkraft-Bewegung:

„Friedlich in die Katastrophe“

Das über 1200 Seiten starke Sachbuch fand über zehn Jahre keinen großen Verlag, so dass Strohm es selber drucken lassen musste. Jetzt ist es Holger Strohm gelungen, die Fakten von damals mit den aktuellen Ereignissen von heute zu verknüpfen. „Friedlich in die Katastrophe“ wurde verfilmt. Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Dennoch fand der der Film keinen Verleih und schaffte es daher nicht in die Kinosäle.

Die Atomlobby in diesem Land ist trotz Atomausstieg, trotz der ungeklärten Endlagerfrage und den Problemen mit der bisher als sicher geltenden Asse trotz Tschernobyl und Fukushima immer noch übermächtig.

KenFM traf sich deshalb mit DEM Visionär der Anti-Atomkraft-Bewegung, um über den Status Quo der Atomwirtschaft weltweit zu sprechen. Restrisiko, Endlagerung, atomare Bedrohung.

Natürlich geht es auch um Fukushima. Die katastrophale Situation vor Ort, die die ganze Welt betrifft, ist den meisten von uns gar nicht im vollen Ausmaß bewusst, da die massiven Probleme von der global agierenden Atomlobby systematisch vertuscht werden. Fakt ist: In der drei der vier Reaktorblöcken kam es zur Kernschmelze, und es tritt weiterhin ununterbrochen und massiv radioaktive Strahlung aus. Friedlich in die Katastrophe – dieser Satz ist aktueller denn je.

Quelle: YouTube KenFM