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1983 – am atomaren Abgrund – Operation "Able Archer"

30. Juli 2012
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Beginnend mit dem 2. November 1983 veranstaltete der NATO-Generalstab eine jährliche militärische Übung namens „Able Archer“. Dieses europaweite zehntägige Manöver simulierte einen Atomkrieg. Doch in der angespannten politischen Situation hätte die Routineübung unter Realbedingungen beinahe zur Eskalation in eine nukleare Katastrophe geführt. Besonderen Verdacht auf einen ernst gemeinten atomaren Erstschlag der USA löste bei den Sowjets die Tatsache aus, dass bei diesem Manöver erstmals ein neues Kodierungsformat für die Nachrichtenübermittlung zum Einsatz kam. Außerdem hatte die Stationierung neuer Pershing-Raketen in Europa durch US-Präsident Ronald Reagan dem ohnehin latenten sowjetischen Misstrauen neue Nahrung geboten und das Wettrüsten angeheizt.

Trotz zahlreicher Friedensdemonstrationen hielt Reagan an seiner harten Linie fest. So sprach er in einer Rede im März 1983 vom „Reich des Bösen“. Im gleichen Monat startete er das „Star-Wars-Programm“, das die Errichtung eines Gürtels von Waffen zum Abfangen sowjetischer Interkontinentalraketen vorsah. Auf sowjetischer Seite verstarb im Juni 1983 Leonid Breschnew. Neuer starker Mann der UdSSR wurde Juri Andropow als Generalsekretär der KPdSU, der 1967 bis 1982 Chef des Geheimdienstes KGB gewesen war. Der greise und kranke Andropow wollte um keinen Preis dem Westen gegenüber Schwäche zeigen. Und das gesamte Politbüro wollte nicht wieder auf so verheerende Weise überrumpelt werden wie bei Hitlers Überraschungsangriff im Juni 1941. Unter Andropow erreichte das Misstrauen auf sowjetischer Seite einen Höhepunkt. Für den Generalstab der Sowjetunion vervielfachten sich die Alarmzeichen. Bis zu dem Moment, als ein Militärsatellit – irrtümlich – den Start mehrerer Raketen meldete. Doch das besonnene Verhalten sowjetischer Militärs verhinderte die Katastrophe.

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